Kritik an Krankenhausreform: 'Umverteilung von unten nach oben'
20.03.2024 - 06:15:53"Statt einer fairen Lastenverteilung zwischen Bund, LĂ€ndern und Kassen brummt der Gesetzgeber die zusĂ€tzlichen Transformationskosten in Milliardenhöhe allein den Beitragszahlenden der Gesetzlichen Krankenversicherung auf", sagte die AOK-Bundesvorstandssitzende Carola Reimann der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). DAK-Chef Andreas Storm bezeichnete die PlĂ€ne als "klassische Umverteilung von unten nach oben". "Die Privatversicherten und die Beamten ĂŒberhaupt nicht heranzuziehen, ist völlig inakzeptabel."
Auch der Bundesverband der Arbeitgeber kritisierte die Finanzierung des Transformationsfonds aus dem Gesundheitsfonds der Krankenkassen und LĂ€ndermitteln. "Die von den Beitragszahlern mitfinanzierte AbwrackprĂ€mie fĂŒr KrankenhĂ€user ist Murks", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steffen Kampeter der Zeitung.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte Lauterbach auf, die Reform aus Steuermitteln zu stemmen. "Wenn die Reform gelingen soll, dĂŒrfen nicht die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler fĂŒr den GroĂteil der Rechnung aufkommen", sagte Bundesvorstandsmitglied Anja Piel. "Bund, LĂ€nder und Gemeinden mĂŒssen hierfĂŒr gemeinsam mit Steuermitteln einstehen. Auch die private Krankenversicherung muss einen angemessenen Beitrag leisten."
Reimann von der AOK und Storm von der DAK bezeichneten die vom Ministerium in Aussicht gestellten Einsparungen als unhaltbar. Storm wies darauf hin, "dass Einsparungen sogar ab 2025 genannt werden, obwohl der Umbau der Krankenhauslandschaft erst im Jahr 2026 beginnen soll". Reimann erklĂ€rte: "Es zeichnen sich riesige Kosten fĂŒr den Umbau und die Modernisierung der Krankenhauslandschaft ab, wĂ€hrend die im Entwurf skizzierten Einspareffekte komplett illusorisch sind."
Am Wochenende war ein erster Entwurf fĂŒr die Krankenhausreform bekannt geworden. Ziel ist, dass KrankenhĂ€user nicht mehr aus UmsatzgrĂŒnden möglichst viele Patientinnen und Patienten behandeln mĂŒssen. Heute bekommen Kliniken pro Patient oder Behandlungsfall einen pauschalen Betrag. Diese Fallpauschalen sollen gesenkt werden. Im Gegenzug soll es feste BetrĂ€ge fĂŒr das Vorhalten von Personal, einer Notaufnahme oder notwendiger Medizintechnik geben. Auch die Union hat den Referentenentwurf bereits kritisiert.

