Merz sichert Selenskyj nach Luftangriffen SolidaritÀt zu
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 21:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWinterhilfe und Energieinfrastruktur im Mittelpunkt
- Das GesprÀch zwischen Merz und Selenskyj fand am Montag statt.
- Selenskyj informierte ĂŒber Angriffe auf zivile Ziele und die ukrainische Energieinfrastruktur am vergangenen Wochenende.
- Selenskyj dankte fĂŒr deutsche MilitĂ€rhilfe und Winterhilfe im Energiesektor.
- Beide vereinbarten eine enge Abstimmung mit europÀischen und transatlantischen Partnern.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Montag mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Regierungssprecher Stefan Kornelius teilte am Abend mit, Selenskyj habe dabei ĂŒber massive russische Luftangriffe auf zivile Ziele und die ukrainische Energieinfrastruktur berichtet.
Deutschland bekrÀftigt SolidaritÀt
Merz bekrĂ€ftigte die SolidaritĂ€t Deutschlands mit den Ukrainern. Selenskyj dankte dem Bundeskanzler nach Angaben von Kornelius fĂŒr die deutsche militĂ€rische UnterstĂŒtzung und die Winterhilfe im Energiesektor.
Beide Politiker waren sich demnach einig, dass es nun an Russland liege, einem Waffenstillstand fĂŒr die gesamte Energieinfrastruktur zuzustimmen. Das GesprĂ€ch bezog sich auĂerdem auf die BemĂŒhungen um einen dauerhaften Frieden.
Abstimmung mit Partnern wird fortgesetzt
Merz und Selenskyj vereinbarten laut Regierungssprecher, die enge Abstimmung mit europĂ€ischen und transatlantischen Partnern fortzusetzen. Weitere Einzelheiten zu möglichen GesprĂ€chen oder konkreten MaĂnahmen wurden zunĂ€chst nicht mitgeteilt.
Das Telefonat fĂ€llt in eine Phase, in der der Schutz der Energieversorgung zu einem zentralen Bestandteil möglicher begrenzter Waffenruhen geworden ist. Nach den jĂŒngsten russischen Angriffen auf ukrainische Energieanlagen steht nicht nur die militĂ€rische WiderstandsfĂ€higkeit des Landes im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, ob eine Vereinbarung praktisch ĂŒberwacht und von beiden Seiten eingehalten werden kann.
FĂŒr die Ukraine ist die Energieinfrastruktur besonders sensibel: Angriffe auf Kraftwerke, Netze und Heizsysteme erhöhen vor dem Winter den Druck auf Bevölkerung, Kommunen und Wirtschaft. Deutsche UnterstĂŒtzung verbindet deshalb militĂ€rische Hilfe mit MaĂnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung. Die im Telefonat angesprochene Winterhilfe zielt auf genau diese doppelte Belastung.
Waffenruhe bleibt an Bedingungen geknĂŒpft
Politisch entscheidend ist die von Berlin und Kiew betonte Gegenseitigkeit. Ein begrenzter Stopp der Angriffe auf Energieanlagen könnte zivile SchĂ€den verringern, setzt aber klare Regeln, belastbare Kommunikationswege und eine Reaktion auf VerstöĂe voraus. Die jĂŒngsten Berichte ĂŒber Angriffe trotz der angekĂŒndigten Energie-Waffenruhe zeigen, wie fragil ein solcher Ansatz ist.
FĂŒr Deutschland bedeutet die Fortsetzung der engen Abstimmung mit europĂ€ischen und transatlantischen Partnern, dass die Bundesregierung UnterstĂŒtzung, Sanktionspolitik und diplomatische Initiativen miteinander koordinieren muss. FĂŒr die Leser in Deutschland bleibt der Vorgang vor allem deshalb relevant, weil die StabilitĂ€t der ukrainischen Energieversorgung humanitĂ€re Folgen hat und die Debatte ĂŒber weitere militĂ€rische sowie finanzielle Hilfe beeinflusst.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: âSelenskyj: Russland greift Kraftwerk nach "Energie-Waffenruhe" anâ (12.10.2026)
Der Beitrag stellt die von Selenskyj gemeldeten Angriffe auf Energieanlagen in den Mittelpunkt und ordnet sie als möglichen VerstoĂ gegen die von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigte Energie-Waffenruhe ein. Damit ergĂ€nzt er das Telefonat um die unmittelbar vorausgegangene Debatte ĂŒber Bedingungen und Umsetzung eines solchen Abkommens.
WDR: âTrump verkĂŒndet Waffenruhe in Ukraine - Russen greifen anâ (12.10.2026)
Der WDR hebt ebenfalls den zeitlichen Zusammenhang zwischen Trumps AnkĂŒndigung und den von Kiew gemeldeten weiteren Angriffen hervor. Anders als die dts-Meldung konzentriert sich der Beitrag stĂ€rker auf die politische Vorgeschichte und die Frage, ob die angekĂŒndigte Waffenruhe tatsĂ€chlich greift.
Beide BeitrĂ€ge rĂŒcken die Energieinfrastruktur und die Einhaltung einer möglichen Waffenruhe in den Vordergrund. Offen bleibt, wie die Vereinbarung konkret umgesetzt und VerstöĂe kĂŒnftig festgestellt werden sollen.
