FDP-Nein zu Lieferkettengesetz: Scholz lÀsst Reaktion offen
01.02.2024 - 17:53:58"Ich muss jetzt zunĂ€chst mal zur Kenntnis nehmen, dass es keinen Konsens in der Regierung gibt, dass all das, was wir an VerstĂ€ndigung in Europa erreicht haben, ausreicht", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag am Rande des EU-Gipfels in BrĂŒssel. Er könne "jetzt erst mal keinen anderen Bericht geben". "Der Fortschritt ist eine Schnecke", fĂŒgte er hinzu.
Zuvor hatten Finanzminister Christian Linder und Justizminister Marco Buschmann (beide FDP) darĂŒber informiert, dass die von ihnen gefĂŒhrten Ministerien das EU-Gesetz nicht mittragen wĂŒrden. "Im Rat der EuropĂ€ischen Union hat dies eine Enthaltung Deutschlands zur Folge, die im Ergebnis wie eine "nein"-Stimme wirkt", erklĂ€rten sie in einem Schreiben.
Ein solches Stimmverhalten Deutschlands könnte zur Folge haben, dass das EU-Lieferkettengesetz nicht beschlossen werden kann, weil auch mehrere andere EU-Staaten das Verhandlungsergebnis ablehnen. SPD und GrĂŒne sind eigentlich fĂŒr ein Ja Deutschlands zu dem EU-Gesetz.
Durch das EU-Lieferkettengesetz sollen groĂe Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie etwa von Kinder- oder Zwangsarbeit auĂerhalb der EU profitieren. GröĂere Unternehmen sollen zudem stĂ€rker auf die Einhaltung der Pariser Klimaziele zur Begrenzung der ErderwĂ€rmung verpflichtet werden. Auf EU-Ebene ist die entscheidende Sitzung fĂŒr kommende Woche anberaumt.

