Ampel-Aus, Scholz

Trotz Ampel-Aus: Scholz hĂ€lt am Ziel eines 'Pakts fĂŒr Industrie' fest

13.11.2024 - 20:14:07

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hĂ€lt auch nach dem Scheitern der Ampel-Koalition am Ziel eines "Pakts fĂŒr die Industrie" fest.

Das machte er am Abend bei einer Feier zum 150-jĂ€hrigen Bestehen der Wirtschaftsvereinigung Stahl klar. Ziel sei es, den Industriestandort zu stĂ€rken und IndustriearbeitsplĂ€tze zu sichern, sagte Scholz. Es gehe vor allem um gĂŒnstige Energiepreise und verlĂ€ssliche Netzentgelte. Man brauche Klarheit in dieser Frage.

Scholz hat allerdings fĂŒr mögliche, milliardenschwere Maßnahmen keine Mehrheit mehr im Bundestag, auch die Finanzierung wĂ€re schwierig.

Am Freitag ist erneut ein Industriegipfel mit Scholz im Kanzleramt mit Vertretern von WirtschaftsverbĂ€nden, Unternehmen und Gewerkschaften geplant. Nach dem ersten Treffen Ende Oktober hatte Scholz dazu aufgerufen, gemeinsam einen "Pakt fĂŒr die Industrie" zu schmieden.

Teilnehmer des Industriegipfels ist auch der PrĂ€sident des Stahlverbands, Gunnar Groebler. Er sagte, die Stahlindustrie stehe vor großen, in Teilen existenziellen Herausforderungen. Er nannte den Umbruch hin zu klimaneutralen Produktionsprozessen. Die Stahlindustrie trage wesentlich zur CO2-Minderung bei. Groebler sagte, Stromkosten und Netzentgelte mĂŒssten "jetzt" gesenkt werden. Mit Blick auf das Ampel-Aus und die Neuwahl im Februar sagte er, die "politische Krise" dĂŒrfe nicht als Ausrede dienen, um Entscheidungen zu verzögern.

Milliarden-Fördergelder

Die Politik unterstĂŒtzt die Branche beim Wandel mit Milliardengeldern. Die Unternehmen kĂ€mpfen unter anderem gegen ÜberkapazitĂ€ten in China. Schwierig ist die Lage zum Beispiel bei Thyssenkrupp. Die defizitĂ€re Stahlsparte soll restrukturiert und verselbststĂ€ndigt werden. Die UmbauplĂ€ne werden derzeit erarbeitet. Dabei ist auch ein Stellenabbau vorgesehen.

Scholz machte klar, die Politik erwarte im Gegenzug zu Fördermilliarden, dass Unternehmen Projekte zur Dekarbonisierung vorantreiben und ArbeitsplÀtze in Deutschland erhalten.

@ dpa.de