Antrittsbesuch: Scholz und Fico diskutieren ĂŒber Ukraine-Hilfen
24.01.2024 - 19:32:11Dieser habe gesagt, dass der Konflikt eingefroren sei und es höchstwahrscheinlich in diesem Jahr zu keinem zu wichtigen Fortschritt kommen werde. "Wir bereiten uns auf das Jahr 2025 vor und so stelle ich mir die Frage, was fĂŒr eine Ănderung kommt", sagte der slowakische MinisterprĂ€sident. "Die einzige Ănderung wird sein, dass wir viel mehr Opfer und viel mehr Tote haben werden." Scholz warnte dagegen vor der Vorstellung, "dass die Fortdauer dieses furchtbaren Krieges nur einer Sprachlosigkeit zwischen Moskau und Kiew geschuldet ist". Es habe vor Kriegsbeginn "mit ĂŒber 200 treffen allein in Minsk und dem Normandie-Format gewiss nicht an GesprĂ€chen gemangelt", sagte der Kanzler. "Das Ergebnis kennen wir alle: Russlands brutaler und völkerrechtswidriger Ăberfall auf die gesamte Ukraine." Nach zwei Jahren Krieg mĂŒsse man anerkennen, dass eine einfache Lösung nicht in Sicht sei. "Der russische PrĂ€sident kann diesen Krieg jedenfalls jederzeit beenden", so Scholz. "Aber wenn die Ukraine im Ukraine aufhören sich zu verteidigen, ist es das Ende der Ukraine." Scholz warb fĂŒr eine tiefere Zusammenarbeit in der EU und der Nato. "Nie war es wichtiger als heute, dass sich Partner innerhalb der EuropĂ€ischen Union und der Nato eng abstimmen." Die Fortsetzung des GesprĂ€chs bei einem Abendessen solle auch genutzt werden, um das nĂ€chste Treffen des EuropĂ€ischen Rats vorzubereiten. Dabei gehe darum, Finanzhilfen der EuropĂ€ischen Union fĂŒr die Ukraine zu beschlieĂen, so der Bundeskanzler. "Die Haltung des Slowakei, die von Beginn an klar an der Seite der Ukraine stand, begrĂŒĂe ich und ich betone gerne, was ich gerade auch schon MinisterprĂ€sident Fico persönlich gesagt habe: Wir setzen darauf, dass die verlĂ€ssliche Zusammenarbeit in Zukunft entschlossen fortgesetzt wird", mahnte Scholz. Auch der slowakische Regierungschef zeigte sich zuversichtlich, dass sich die EuropĂ€ische Union auf eine Revision des EU-Haushalts und eine finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine einigen werde. Man sei auch dafĂŒr, dass die Ukraine der EU beitreten werde. "Aber natĂŒrlich sagen wir auf der anderen Seite, dass die Ukraine die Kopenhagener Kriterien erfĂŒllen muss", so Fico. Scholz dankte dem MinisterprĂ€sidenten fĂŒr seinen Besuch. "Deutschland zĂ€hlt zu den ersten LĂ€ndern, die Sie als MinisterprĂ€sident besuchen", so Scholz. "Das zeigt, wie eng die Beziehung zwischen der Slowakei und der Bundesrepublik sind." UrsprĂŒnglich war das Treffen fĂŒr Dezember geplant gewesen. Eine Corona-Infektion des Bundeskanzlers machte allerdings eine Verschiebung nötig.


