Kanzler bezeichnet Zahl der FlĂŒchtlinge als zu hoch
30.09.2023 - 00:18:05"Ein klares Wort vorweg: Die Zahl der FlĂŒchtlinge, die nach Deutschland streben, ist im Moment zu hoch", sagte Scholz dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Es kann ja nicht bleiben wie bisher: Mehr als 70 Prozent aller FlĂŒchtlinge, die in Deutschland ankommen, sind vorher nicht registriert worden, obwohl sie nahezu alle in einem anderen EU-Land gewesen sind."
Mit den BundeslĂ€ndern will er bei der fĂŒr November geplanten MinisterprĂ€sidentenkonferenz zu Migration und Finanzierung der FlĂŒchtlingskosten "ein dauerhaftes System fĂŒr die Kommunen" entwickeln. Kernpunkt sei ein "atmender Deckel": "Noch als Bundesfinanzminister hatte ich den LĂ€ndern eine Lösung vorgeschlagen, die sich an den tatsĂ€chlichen Zugangszahlen orientiert - eine Art atmenden Deckel. Damals haben sie das abgelehnt, aber das Prinzip finde ich weiterhin sinnvoll", sagte Scholz. Mit dieser Finanzierungsform wĂŒrde eine Pauschale pro FlĂŒchtling festgelegt. Damit will Scholz wiederkehrende Debatten ĂŒber die Höhe der UnterstĂŒtzungsleistung des Bundes kĂŒnftig verhindern. Der Kanzler betonte, Deutschland unterstĂŒtze den Schutz der europĂ€ischen AuĂengrenzen, setze zusĂ€tzliche GrenzsicherungsmaĂnahmen zu Ăsterreich fort, habe mit der Schweiz und Tschechien gemeinsame Kontrollen auf deren Seite vereinbart. Moldau und Georgien, die in die EU streben, wĂŒrden zu sicheren HerkunftslĂ€ndern erklĂ€rt. Die Regierung in Warschau sei aufgefordert, dass nicht weiter Visa verkauft und FlĂŒchtlinge nach Deutschland durchgewunken wĂŒrden. Deshalb seien die Kontrollen an der Grenze zu Polen verschĂ€rft worden. Dazu, ob die steigende Zahl GeflĂŒchteter damit unmittelbar eingedĂ€mmt werde, sagte Scholz: "Wir hoffen, dass sich das schnell bemerkbar macht." Trotz der Streitigkeiten in der Ampelkoalition ĂŒber die PlĂ€ne auf EU-Ebene zur VerschĂ€rfung des europĂ€ischen Asylsystems betonte er: "Die Bundesregierung ist sich völlig einig darin, die irregulĂ€re Migration in die EuropĂ€ische Union zu stoppen. Das geht nur gemeinsam und solidarisch. Deutschland wird dort nach KrĂ€ften mithelfen." Nach den EU-PlĂ€nen wĂŒrden LĂ€nder an der AuĂengrenze die FlĂŒchtlinge wieder registrieren, die bei ihnen ankommen. "Dann werden sie auf die EU-MitgliedslĂ€nder solidarisch verteilt und durchlaufen dort ihr Verfahren", sagte Scholz dem RND.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


