Migrationsdebatte, Scholz

Migrationsdebatte: Scholz wirft Merz nationale Wichtigtuerei vor

26.01.2025 - 14:39:29

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in der Debatte um die Migrationspolitik scharfe Kritik an CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz geĂŒbt.

Dessen FĂŒnf-Punkte-Plan, der auch dauerhafte Grenzschließungen und ZurĂŒckweisungen vorsieht, sei zum Scheitern verurteilt. "Nationale Wichtigtuerei fĂŒhrt uns nicht weiter, wir mĂŒssen die europĂ€ische Politik Ă€ndern", sagte Scholz dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). IrregulĂ€re Migration lasse sich nicht mit markigen SprĂŒchen beschrĂ€nken, sondern nur durch einen besseren Schutz der europĂ€ischen Außengrenzen und Kooperation innerhalb der EU. "Was der CDU-Chef vorschlĂ€gt, steht im Widerspruch zu unserer Verfassung, dem Grundgesetz und den europĂ€ischen VertrĂ€gen. Eine solche Maxime zeugt nicht von staatsmĂ€nnischer Weisheit", sagte Scholz weiter. Auf die Frage, ob Merz die Tradition der Union als Europa - und Rechtsstaatspartei verrate, antwortete Scholz: "Wenn Sie es so formulieren wollen: Ja."

Anders als Merz will Scholz vor der Wahl kein neues Sicherheitspaket mehr vorlegen. "Mit unseren Regelungen sind wir an die Grenze dessen gegangen, was das Grundgesetz und das europĂ€ische Recht zulassen", sagte Scholz. Die Umsetzung des neuen europĂ€ischen Asylsystems liege im Bundestag. Zudem könnten Sicherheitsgesetze, die der Bundesrat blockiere, im Bundestag neu so beschlossen werden, dass die LĂ€nder sie nicht mehr blockieren können, sagte Scholz. Die ZustĂ€ndigen in den LĂ€ndern mĂŒssten die neuen Möglichkeiten zudem auch nutzen. "So wie der bayrische MinisterprĂ€sident es macht, geht es jedenfalls nicht", sagte Scholz mit Blick auf CSU-Chef Markus Söder. "Seine Arbeit ist nicht getan, wenn er sonntags ein markiges Interview gibt."

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