Japan, Deutschland

Japan und Deutschland vereinbaren Wirtschaftssicherheitsdialog

12.07.2024 - 19:05:16

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Japans MinisterprÀsident Fumio Kishida haben sich auf eine engere Zusammenarbeit bei der Verteidigung und bei der Wirtschaftssicherheit verstÀndigt.

"Wir haben heute verabredet, einen neuen Dialog zur Wirtschaftssicherheit einzurichten", sagte Scholz bei einer Pressekonferenz mit Kishida in Berlin. "Eine Lehre aus der Corona-Pandemie und den geopolitischen Verwerfungen ist der Bedarf an mehr wirtschaftlicher Sicherheit, um AbhÀngigkeiten von einzelnen Weltregionen oder Zulieferanten zu verringern, insbesondere in kritischen Bereichen." Kishida erklÀrte, es gehe darum, die freie und faire internationale Wirtschaftsordnung aufrecht zu erhalten und diese auszubauen.

Seine Kritik gilt vor allem China: Überproduktion werde vor allem durch nicht marktwirtschaftliche Praktiken Chinas verursacht. "Dadurch werden andere Industriestaaten in ihrer Wirtschaft geschwĂ€cht", sagte Kishida. Die bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland gewinne an Bedeutung, "weil wir uns in der Industriestruktur und bei fortgeschrittenen Technologien sehr Ă€hneln", so der MinisterprĂ€sident. In strategischen Sektoren wie Wasserstoff, Halbleitern und BodenschĂ€tzen seien bereits Fortschritte erzielt worden. Auch im Cyberbereich, bei der Weiterentwicklung der Mobilfunkstandards 5G und 6G sowie bei sicherer und zuverlĂ€ssiger "KĂŒnstlicher Intelligenz" wolle man eng zusammenarbeiten. Scholz zeigte sich besorgt ĂŒber die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und die wachsende Zusammenarbeit von Russland und Nordkorea. "Es besteht die Gefahr einer weiteren Destabilisierung dieser Region", sagte er. Daher trete nun ein Abkommen zwischen Deutschland und Japan in Kraft, um logistische UnterstĂŒtzung bei MilitĂ€rĂŒbungen zu gewĂ€hrleisten. Kishida verwies darauf, dass in diesem Sommer die deutsche Luftwaffe und die Fregatten Japan besuchen sollen. Aus Japan werde eine Trainingsflotte der maritimen SelbstverteidigungskrĂ€fte den Hamburger Hafen anlaufen. Japans MinisterprĂ€sident sieht eine hohe Bedrohungslage fĂŒr sein Land. Die Situation, die heute in der Ukraine herrscht, könne morgen auch in Ostasien herrschen. "Mit diesem Krisenbewusstsein werden wir als Japan die Ukraine weiterhin maximal unterstĂŒtzen", erklĂ€rte er. Eine UnterstĂŒtzung mit letalen Waffen sei allerdings durch die japanische Verfassung untersagt. "Trotzdem versuchen wir, im Rahmen dieser Restriktionen ein Maximum an UnterstĂŒtzung zu leisten", so Kishida. Eine Beteiligung an der deutschen Patriot-Initiative fĂŒr die Ukraine werde geprĂŒft.

@ dts-nachrichtenagentur.de