Bundesliga-Sieg SC Paderborn: 3:1 gegen Hoffenheim beendet lange Durststrecke
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 21:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer SC Paderborn hat seine Torflaute beendet und am vierten Bundesliga-Spieltag mit einem 3:1-Heimsieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim den ersten Erstliga-Erfolg seit mehr als sechs Jahren gefeiert.
Paderborn verschafft sich Luft vor der Länderspielpause
Die Ostwestfalen gewannen zum Abschluss des Spieltages mit 3:1 (2:0) und gehen mit nun vier Punkten aus vier Partien in die dreiwöchige Länderspielpause. Es ist der erste Paderborner Dreier im Fußball-Oberhaus seit dem 2:1-Auswärtssieg beim SC Freiburg am 25. Januar 2020. Für Hoffenheim bedeutet die Niederlage drei Tage nach dem 0:2 zum Europa-League-Auftakt bei OFI Kreta den nächsten Rückschlag, der Europapokal-Teilnehmer steht nach nur einem Sieg aus vier Liga-Spielen klar hinter den eigenen Erwartungen.
Castaneda, Marino und Tigges treffen für den Aufsteiger
Vor 14.224 Zuschauern eröffnete Santiago Castaneda in der 29. Minute den Torreigen für Paderborn. Nach einer abgewehrten Ecke fiel dem Mittelfeldspieler der Ball vor die Füße, sein Schuss wurde unhaltbar für TSG-Torhüter Oliver Baumann abgefälscht. Der Treffer war zugleich der erste Saisontreffer des SCP, auf den die Kult-Torhymne „Hermann Löns, die Heide brennt“ in der Arena erklang.
Zuvor hatte Paderborn Glück, als ein Schuss von Hoffenheims Vladimir Coufal nur an den Pfosten ging. Insgesamt enttäuschten die Kraichgauer jedoch, sie konnten ihren vielen Ballbesitz wie schon auf Kreta kaum in gefährliche Aktionen umsetzen. Kurz vor der Pause erhöhte Stefano Marino nach einem schönen Zuspiel von Laurin Curda auf 2:0 und verschaffte dem Aufsteiger eine komfortable Führung.
Hoffenheimer Druckphase bleibt unbelohnt
Nach dem Seitenwechsel kam Hoffenheim mit mehr Schwung aus der Kabine. Zunächst scheiterte Bambasé Conté am stark reagierenden Paderborner Torwart Nahuel Noll. In der 50. Minute stellte Adam Daghim nach kluger Vorarbeit von Max Moerstedt mit dem Anschlusstreffer zum 2:1 wieder Spannung her.
In der Folge drängte die TSG auf den Ausgleich, doch Paderborn verteidigte robust und lauerte auf Konter. In der 69. Minute sorgte der eingewechselte Steffen Tigges per Kopf für die Entscheidung und stellte auf 3:1. Damit war der erste Bundesliga-Sieg des Aufsteigers seit 2020 perfekt, während Hoffenheim weiter nach Konstanz sucht.
Kettemann setzt auf Kontinuität in der Startelf
Paderborns Trainer Ralf Kettemann hatte nach dem 0:3 bei Borussia Dortmund in der Vorwoche auf personelle Änderungen verzichtet und seiner bisherigen Startformation das Vertrauen ausgesprochen. Auch das bislang torlose Sturmduo Marvin Pieringer und Stefano Marino erhielt erneut eine Chance. Marino setzte mit seinem Treffer zum 2:0 ein wichtiges Zeichen, während Pieringer erneut vor allem in der Arbeit gegen den Ball gefordert war.
Oliver Baumann, der nach dem schwachen Auftritt auf Kreta mit einer kritischen Äußerung über Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, zeigte in Paderborn eine souveräne Leistung. Beim abgefälschten Schuss von Castaneda und den weiteren Treffern der Gastgeber war der TSG-Schlussmann jedoch machtlos.
Aufsteiger sendet Signal im Kampf um den Klassenerhalt
Der Heimsieg des SC Paderborn gegen Hoffenheim markiert einen frühen Wendepunkt in der Saison des Aufsteigers. Nach drei Bundesliga-Partien ohne eigenen Treffer und der klaren Niederlage in Dortmund schafft die Mannschaft von Trainer Ralf Kettemann nicht nur die sportliche Wende, sondern auch eine psychologisch wichtige Befreiung. Drei eigene Tore, ein klarer Erfolg gegen einen Europapokal-Teilnehmer und nun vier Punkte aus vier Spielen geben Paderborn eine belastbare Grundlage für die anstehenden Wochen.
Hoffenheim verpasst Anschluss an obere Tabellenregion
Für die TSG Hoffenheim ist die Niederlage in Paderborn dagegen ein deutlicher Dämpfer. Nur ein Sieg aus vier Ligaspielen und das 0:2 zum Europa-League-Auftakt in Kreta stehen für einen Saisonstart, der hinter den internen Ansprüchen zurückbleibt. Auffällig ist, dass die Mannschaft trotz viel Ballbesitz erneut Probleme im letzten Drittel hat und ihre spielerische Dominanz nicht in Tore ummünzen kann. Der Anschlusstreffer durch Adam Daghim und eine druckvolle Phase nach der Pause reichen nicht, um die Defizite im Defensivverhalten und in der Chancenverwertung zu kaschieren.
Individuelle Geschichten und Bedeutung für die Fans
Auf Paderborner Seite ragen mehrere Personalien heraus: Santiago Castaneda beendet mit seinem abgefälschten Treffer die Torflaute, Stefano Marino trifft nach zuvor torlosen Einsätzen und Stürmer Steffen Tigges setzt als Joker per Kopf den Schlusspunkt. Dass erstmals in dieser Saison die Kult-Torhymne „Hermann Löns, die Heide brennt“ ertönt, unterstreicht die emotionale Dimension des Abends für die Fans. Für die kommenden Wochen geht Paderborn mit gewachsenem Selbstvertrauen in die Länderspielpause, während Hoffenheim Antworten finden muss, wie der Anspruch als Europapokal-Teilnehmer mit den bisherigen Leistungen in Einklang gebracht werden kann.
