Steinmeier fĂŒr Widerspruchslösung bei Organspende
24.07.2024 - 12:53:00 | dpa.deBundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier spricht sich fĂŒr eine Widerspruchslösung bei der Organspende aus - und erzĂ€hlt gemeinsam mit seiner Frau eine persönliche Geschichte. Es sei «ein Widerspruch, wenn wir die Widerspruchslösung im eigenen Land ablehnen und zugleich die Organe aus den anderen LĂ€ndern gerne annehmen. Wir begreifen uns als verantwortungsbewusste, mĂŒndige BĂŒrger, deshalb können wir uns auch abverlangen, eine Entscheidung zu treffen», sagte Steinmeier dem Magazin «Bunte» in einem gemeinsamen Interview mit seiner Frau Elke BĂŒdenbender.
Bisher habe man die Menschen in Deutschland nicht ausreichend ĂŒberzeugen können, sich fĂŒr oder gegen eine Organspende auszusprechen, so der BundesprĂ€sident. Zur selben Zeit profitiere man aber durch den Eurotransplant-Verbund von der deutlich höheren Spendenbereitschaft im europĂ€ischen Ausland.
Steinmeier: Spende muss freiwillig bleiben
Man wolle niemanden zur Organspende nach dem Tod zwingen, «sie ist freiwillig und muss freiwillig bleiben». JĂ€hrlich stĂŒrben jedoch viele Menschen, «die nicht sterben mĂŒssten, wenn Organe zur VerfĂŒgung stĂŒnden», sagte Steinmeier.
Derzeit sind Organentnahmen in Deutschland nur mit ausdrĂŒcklicher Zustimmung erlaubt. In einigen LĂ€ndern gilt hingegen die Widerspruchslösung: Die Entnahme der Organe nach dem Tod ist erlaubt, sofern man zu Lebzeiten nicht ausdrĂŒcklich widerspricht.
Ein erster Anlauf fĂŒr eine Widerspruchslösung war 2020 im Bundestag gescheitert. Im Ringen um mehr lebensrettende Organspenden stellten mehrere Bundestagsabgeordnete im Juni eine neue fraktionsĂŒbergreifende Initiative zur EinfĂŒhrung einer Widerspruchsregelung vor.
BĂŒdenbender: Niere meines Mannes ist Teil von mir
BĂŒdenbender zufolge zögern viele Menschen, sich «mit der eigenen Endlichkeit zu befassen und schieben deshalb eine Entscheidung ĂŒber Organspenden hinaus». Sie könne das gut nachvollziehen. 2010 spendete der BundesprĂ€sident seiner Frau eine Niere. Bei der Geburt der Tochter Merit im Jahr 1996 hatte BĂŒdenbender einen Totalausfall der Nieren erlitten, 14 Jahre danach wurde eine Transplantation notwendig, wie das Paar erzĂ€hlte.
«Als Betroffene kann ich sagen: Die Spende hat mir ein Leben geschenkt. Ich denke, dass man durch AufklĂ€rungsgesprĂ€che ĂŒberzeugen kann», sagte die Richterin und First Lady. Schon direkt nach der Geburt der Tochter sei fĂŒr ihren Ehemann klar gewesen, dass er seine Niere spenden wolle. Heute sei das Organ ihres Mannes «ein Teil von mir».
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