BundesprĂ€sidentin: Söder fordert CSU-Anspruch fĂŒr Aigner
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 16:29 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSCSU fordert Entscheidung ĂŒber Aigner
- Markus Söder nennt Ilse Aigner als Angebot der CSU fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin.
- Der CSU-Chef verweist auf 75 Jahre ohne Bundeskanzler oder BundesprÀsidenten aus den Reihen seiner Partei.
- Söder drÀngt auf eine Einigung von CDU, CSU und SPD möglichst noch im November.
Söder wirbt fĂŒr Aigner als Nachfolgerin Steinmeiers
Bayerns MinisterprÀsident und CSU-Chef Markus Söder bekrÀftigt den Anspruch seiner Partei, Ilse Aigner als BundesprÀsidentin ins Rennen zu schicken. In einem ARD-Interview verweist er darauf, dass die CSU in 75 Jahren weder den Bundeskanzler noch den BundesprÀsidenten gestellt habe.
CSU sieht sich bei Staatsamt an der Reihe
Die CDU habe sich zwar fĂŒr eine Frau ausgesprochen, bislang aber selbst keinen Vorschlag unterbreitet, sagte Söder. Andere Namen habe er nicht gehört.
Auf die Frage nach einer juristischen Ausbildung fĂŒr das höchste Staatsamt erklĂ€rte der CSU-Chef, der BundesprĂ€sident mĂŒsse kein Notar sein, sondern AutoritĂ€t besitzen. Entscheidend seien die demokratische, persönliche und charakterliche Eignung einer Persönlichkeit und nicht allein deren Parteizugehörigkeit.
Union und SPD mĂŒssen sich verstĂ€ndigen
Söder betonte zugleich, die Entscheidung ĂŒber die Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier sei weder Sache der CDU allein noch der CSU. CDU, CSU und SPD mĂŒssten rechtzeitig zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen.
Als möglichen Zeitpunkt nannte der CSU-Chef November. Die CSU unterstĂŒtzt Aigner auf ihrem Parteitag in MĂŒnchen; die bayerische LandtagsprĂ€sidentin hat sich bislang nicht dazu erklĂ€rt, ob sie fĂŒr das höchste deutsche Staatsamt kandidieren will.
Die BundesprÀsidentenwahl wird voraussichtlich Ende Januar stattfinden und damit deutlich vor dem Ende der zweiten Amtszeit Frank-Walter Steinmeiers entschieden. Eine mögliche Kandidatur Ilse Aigners verbindet mehrere politische Ebenen: Die CSU beansprucht erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik das höchste Staatsamt, wÀhrend die CDU bislang keine eigene Person benannt hat.
FĂŒr die Union geht es dabei nicht nur um die Auswahl einer geeigneten Persönlichkeit, sondern auch um das VerhĂ€ltnis zwischen Schwesterparteien. Die CSU stellt mit Aigner eine erfahrene Landespolitikerin auf, die als PrĂ€sidentin des Bayerischen Landtags ĂŒber ein reprĂ€sentatives Amt verfĂŒgt. Söder versucht zugleich, eine Festlegung der CDU zu verhindern, bevor die Unionsparteien gemeinsam mit der SPD ĂŒber eine Mehrheit in der Bundesversammlung verhandeln.
Entscheidung der Koalitionspartner
Die Bundesversammlung wĂ€hlt den BundesprĂ€sidenten mit der Mehrheit ihrer Mitglieder. Deshalb reicht ein unionsinterner Vorschlag allein nicht aus: CDU, CSU und SPD mĂŒssen sich auf eine mehrheitsfĂ€hige Kandidatur verstĂ€ndigen. Eine frĂŒhe Einigung könnte den Wettbewerb innerhalb der Union begrenzen; bleibt sie aus, könnten weitere Namen oder parteiĂŒbergreifende VorschlĂ€ge an Bedeutung gewinnen.
FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ist die Personalentscheidung vor allem wegen der Rolle des BundesprĂ€sidenten relevant. Das Staatsoberhaupt unterzeichnet Gesetze, ernennt die Bundesregierung und reprĂ€sentiert Deutschland nach innen und auĂen. Die Debatte ĂŒber Aigner wird daher voraussichtlich sowohl ihre persönliche Eignung als auch die parteipolitische Balance in der Regierungskoalition betreffen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag beschreibt den Parteitag als BĂŒhne fĂŒr die UnterstĂŒtzung Aigners und hebt hervor, dass die CDU bislang keine Festlegung auf die CSU-Politikerin getroffen hat. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt setzt er auf die erwartete Reaktion von Friedrich Merz und den innerparteilichen Druck auf die Union.
Bayerischer Rundfunk: âCSU macht sich auf Parteitag fĂŒr Ilse Aigner als BundesprĂ€sidentin starkâ (24.10.2026)
Der Bayerische Rundfunk stellt den Auftritt in MĂŒnchen und die Ermutigung Söders in den Mittelpunkt. Anders als der ausfĂŒhrlichere Parteitagsbericht konzentriert sich der Beitrag auf Aigners bislang ausstehende eigene ErklĂ€rung und die offene Haltung der CDU.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen den CSU-VorstoĂ und die UnterstĂŒtzung Söders. Offen bleibt vor allem, ob Aigner selbst kandidieren will und ob CDU und SPD den CSU-Vorschlag gemeinsam tragen.
