Bundespräsidentin: Söder wirbt erneut für Aigner im Januar
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 18:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWahlkreis entscheidet über Nachfolge
- Markus Söder warb auf dem CSU-Parteitag erneut für Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier.
- Die Bundesversammlung soll am 30. Januar aus 630 Abgeordneten und 630 Ländervertretern bestehen.
- Union und SPD dürften zusammen etwa 50 Stimmen Mehrheit haben und über die Kandidatensuche mitentscheiden.
CSU wirbt auf Parteitag für Aigner
Markus Söder hat sich auf dem CSU-Parteitag erneut dafür ausgesprochen, dass die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner Bundespräsidentin wird. Aigner saß während der Rede in der ersten Reihe, stand nach dem Applaus auf und winkte den Delegierten zu.
Vorschlag ohne formelle Nominierung
Söder sagte, die Entscheidung werde an anderer Stelle getroffen, er würde es Aigner aber von Herzen gönnen, das Amt zu übernehmen. Einen Satz korrigierte er später auf Instagram, nachdem er zunächst gesagt hatte, er würde es sich selbst gönnen.
Der CSU-Vorsitzende kündigte an, seinen Vorschlag am Samstag erneut zu äußern, wenn Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz auf dem Parteitag erwartet wird.
CDU hält Kandidatur offen
In der CDU-Führung gibt es bislang keine Festlegung auf Aigner. Aus Parteikreisen hieß es vor dem CSU-Parteitag, die CDU habe ihren Anspruch nicht aufgegeben, einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus den eigenen Reihen zu nominieren.
Merz hat sich öffentlich noch nicht zur Kandidatenfrage geäußert. Auch CDU-Ministerpräsidenten beanspruchen Einfluss auf die Suche.
Wahl im Januar geplant
Die Bundesversammlung soll die Nachfolgerin oder den Nachfolger Steinmeiers am 30. Januar wählen. Ihr gehören die 630 Mitglieder des Bundestags sowie 630 von den Ländern entsandte Wahlfrauen und Wahlmänner an.
Einen Bundespräsidenten aus der CSU gab es bislang nicht. Eine Frau im höchsten Staatsamt wäre ebenfalls ein Novum. Nach Expertenberechnungen hätten Union und SPD gemeinsam voraussichtlich eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen.
Die Bundespräsidentenwahl ist für den 30. Januar 2027 vorgesehen. Die Bundesversammlung besteht aus den 630 Bundestagsabgeordneten und einer ebenso großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der Länder.
Die Union verfügt gemeinsam mit der SPD voraussichtlich über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Deshalb kann die SPD die Auswahl politisch beeinflussen, auch wenn das Vorschlagsrecht traditionell bei der Union liegt.
Union muss sich verständigen
Söders Vorstoß erhöht den Druck auf die CDU-Führung, die sich bislang nicht auf Aigner festgelegt hat. Der Vorgang zeigt zugleich das Spannungsverhältnis zwischen Schwesterparteien: Die CSU wirbt offensiv für eine eigene Personalie, während die CDU ihren Anspruch auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten aus den eigenen Reihen betont.
Aigner bringt politische Erfahrung aus der Bundes- und Landespolitik mit und wäre die erste Frau sowie die erste CSU-Politikerin im Amt. Für die Entscheidung reicht die Unterstützung der CSU allein jedoch nicht aus. Neben der Verständigung innerhalb der Union wird daher auch die Haltung der SPD entscheidend sein.
Entscheidung vor dem Wahltermin
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz soll am Samstag auf dem CSU-Parteitag auftreten. Söder kündigte an, seinen Wunsch dort erneut zu äußern. Eine formelle Nominierung gibt es bislang nicht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Neue Bundespräsidentin? CSU drängt auf Aigner-Nominierung“ (23.10.2026)
Der Beitrag ordne Söders Vorstoß in die weiterhin ausstehende Kandidatenkür ein und hebe hervor, dass die CDU bislang keinen Namen öffentlich gemacht habe. Anders als die dpa-Meldung betone er zusätzlich die Forderung der SPD nach einer Frau im höchsten Staatsamt sowie Aigners überparteiliche Anschlussfähigkeit.
Stern: „Medien: CDU wehrt sich gegen Festlegung auf Aigner als Bundespräsidentin“ (23.10.2026)
Der Artikel berichte über den Anspruch der CDU, selbst einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu benennen, und bestätige damit den offenen Konflikt innerhalb der Union. Zusätzlich stelle er die strategische Bedeutung der Personalie für Söders mögliche politische Ambitionen heraus; offen bleibe, wen Merz letztlich vorschlagen werde.
Übereinstimmend werde Söders Unterstützung für Aigner als erneuter Vorstoß beschrieben. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während ZDFheute die Rolle von SPD und Grünen sowie die gesellschaftliche Dimension einer Bundespräsidentin hervorhebe, konzentriere sich der Stern auf den Machtanspruch der CDU und die innerunionische Konkurrenz.
