Tankrabatt, Spritpreise

Tankrabatt beschlossen: 17 Cent weniger fĂŒr Benzin und Diesel ab Oktober

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 15:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundestag und Bundesrat haben den Weg fĂŒr einen neuen Tankrabatt freigemacht. Von Oktober bis Ende Dezember sollen Benzin und Diesel rechnerisch um rund 17 Cent je Liter gĂŒnstiger werden – den Staat kostet das bis zu 2,5 Milliarden Euro.

  • Der Tankrabatt kommt wieder - diesmal fĂŒr drei Monate. (Archivbild)  - Bild: Jan Woitas/dpa
    Der Tankrabatt kommt wieder - diesmal fĂŒr drei Monate. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • MinisterprĂ€sidentin Schwesig forderte, der Spritpreis mĂŒsse «unter 2 Euro» kommen.   - Bild: Christophe Gateau/dpa
    MinisterprĂ€sidentin Schwesig forderte, der Spritpreis mĂŒsse «unter 2 Euro» kommen. - Bild: Christophe Gateau/dpa
  • Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt der Tankrabatt Milliarden-SteuerausfĂ€lle. - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt der Tankrabatt Milliarden-SteuerausfÀlle. - Bild: Christoph Soeder/dpa
Der Tankrabatt kommt wieder - diesmal fĂŒr drei Monate. (Archivbild)  - Bild: Jan Woitas/dpa MinisterprĂ€sidentin Schwesig forderte, der Spritpreis mĂŒsse «unter 2 Euro» kommen.   - Bild: Christophe Gateau/dpa Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt der Tankrabatt Milliarden-SteuerausfĂ€lle. - Bild: Christoph Soeder/dpa

Bundestag und Bundesrat haben im Eilverfahren einen neuen Tankrabatt beschlossen, der Benzin und Diesel von Oktober bis Ende Dezember rechnerisch um rund 17 Cent je Liter verbilligen soll.

Steuersenkung ab Oktober

Die Energiesteuer wird um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich eine Entlastung von 16,7 Cent. Damit die Regelung am 1. Oktober in Kraft treten kann, muss sie noch von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet werden.

Der Bund rechnet mit SteuerausfÀllen von bis zu 2,5 Milliarden Euro. Bund und LÀnder wollen die Kosten jeweils zur HÀlfte tragen.

Koalition setzt auf schnelles Verfahren

Union und SPD hatten sich nach einer AnkĂŒndigung von Bundeskanzler Friedrich Merz Mitte September auf das Entlastungspaket verstĂ€ndigt. Um den Rabatt kurzfristig zu beschließen, wurden die Steuerregelungen an ein bereits beratendes Gesetz zur Sanierung und Abwicklung von Versicherungsunternehmen angehĂ€ngt.

Keine Pflicht zur vollstÀndigen Weitergabe

Das Gesetz verpflichtet Mineralölunternehmen nicht, die Steuersenkung vollstÀndig an die Kunden weiterzugeben. Die Koalition erwartet jedoch, dass der Vorteil an den Tankstellen ankommt.

ZusĂ€tzlich haben Union und SPD einen Spritpreisdeckel vereinbart. Das Kriseninstrument soll Anfang 2027 kommen und den Spielraum fĂŒr Preiserhöhungen begrenzen.

Kritik aus Opposition und LĂ€ndern

Die GrĂŒnen kritisierten die Neuauflage. Fraktionschefin Katharina Dröge nannte den Tankrabatt eine „Schwachsinnslösung“ und verwies darauf, dass die Entlastung im Mai und Juni nicht vollstĂ€ndig weitergegeben worden sei.

Aus den LĂ€ndern kamen Forderungen nach dauerhaften Maßnahmen. Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig und ThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Voigt verlangten, der Spritpreis mĂŒsse wieder unter zwei Euro sinken. Voigt forderte zudem, die nationale CO2-Bepreisung in der Hochpreisphase auszusetzen.

Forderung nach umfassenderem Paket

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder verlangte eine lĂ€ngerfristige Regelung. Die Politik dĂŒrfe nicht alle drei Monate zwischen Eingriff und RĂŒckzug wechseln. Zugleich stellte er die bestehende Preisregel infrage, nach der Tankstellen ihre Preise nur einmal tĂ€glich um 12 Uhr erhöhen dĂŒrfen.

Befristete Entlastung mit hohen Kosten

Der Tankrabatt soll die Folgen stark gestiegener Kraftstoffpreise kurzfristig abfedern. FĂŒr Autofahrer bedeutet die Regelung rechnerisch eine Entlastung von rund 16,7 Cent je Liter; bei einem Tankvolumen von 50 Litern entsprĂ€che das rund 8,35 Euro, sofern die Senkung vollstĂ€ndig weitergegeben wird.

FĂŒr den Staat bleibt die Maßnahme teuer: Bis zu 2,5 Milliarden Euro an Einnahmen könnten Bund und LĂ€nder verlieren. Die Entlastung ist zudem sozial nicht zielgenau, weil Haushalte mit höherem Kraftstoffverbrauch absolut stĂ€rker profitieren. Menschen ohne Auto erhalten dagegen keinen direkten Vorteil.

Weitergabe und Preisregeln

Ob der Steuervorteil vollstĂ€ndig an den Tankstellen ankommt, ist nicht garantiert. Beim frĂŒheren Rabatt im Mai und Juni wurde nach Angaben des Kartellamts nur ein Teil der Entlastung weitergegeben. Deshalb hĂ€ngt die tatsĂ€chliche Wirkung von der Preisentwicklung an den internationalen ÖlmĂ€rkten, den Beschaffungskosten und den Margen der Anbieter ab.

BrĂŒcke bis zum Spritpreisdeckel

Politisch soll der Rabatt die Zeit bis zu einem geplanten Spritpreisdeckel ĂŒberbrĂŒcken, dessen gesetzliche Voraussetzungen spĂ€testens Anfang 2027 geschaffen werden sollen. Ein solcher Eingriff könnte Verbraucher vor extremen Preisspitzen schĂŒtzen, birgt aber Risiken fĂŒr Wettbewerb und Versorgung. Die Debatte ĂŒber CO2-Bepreisung, direkte Hilfen und dauerhafte Energiepolitik dĂŒrfte damit weitergehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

MDR: „17 Cent weniger pro Liter: Bundestag macht den Weg fĂŒr neuen Tankrabatt frei“ (25.09.2026)

Der Bericht bestĂ€tige die Bundestagsentscheidung und nenne die rechnerische Entlastung von 17 Cent je Liter sowie mögliche SteuerausfĂ€lle von bis zu 2,5 Milliarden Euro. Er setze einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt auf die Kritik von Wirtschaftswissenschaftlern und Verbrauchervertretern, die die Maßnahme als wenig zielgenau beziehungsweise als Belastung kĂŒnftiger Generationen bewerteten.

n-tv: „Regierung will "dynamischen Spritpreisdeckel" einfĂŒhren“ (23.09.2026)

Der Artikel habe den geplanten Preisdeckel als dynamisches Instrument beschrieben, das sich an Beschaffungs- und Referenzpreisen orientieren solle. Zugleich habe er vor möglichen Wettbewerbs- und Versorgungsproblemen gewarnt und darauf hingewiesen, dass der frĂŒhere Tankrabatt laut Kartellamt nur zu etwa 80 Prozent bei den Verbrauchern angekommen sei.

Die Berichte bestÀtigten damit die befristete Steuersenkung als kurzfristige Entlastung, setzten aber unterschiedliche Akzente: Der MDR hebe die Verteilungs- und Kostenkritik hervor, wÀhrend n-tv die Ausgestaltung des spÀteren Preisdeckels und dessen Nebenwirkungen betone. Offen bleibe vor allem, wie vollstÀndig die neue Entlastung an den Tankstellen weitergegeben werde.

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