BundestagsprÀsidentin, Sicherheit

BundestagsprĂ€sidentin will mehr Sicherheit fĂŒrs Parlament

03.10.2024 - 07:27:59

BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) will das Parlament besser vor Bedrohungen schĂŒtzen.

"Damit Extremisten, egal welcher Couleur, im Bundestag nicht ein- und ausgehen können, will ich die Zutrittsmöglichkeiten verschĂ€rfen", sagte die SPD-Politikerin dem "Focus". Bei der ÜberprĂŒfung der Mitarbeiter von Abgeordneten will sie einerseits zusĂ€tzlich auf Erkenntnisse des Verfassungsschutzes zurĂŒckgreifen können, andererseits will sie die ÜberprĂŒfung auch auf BeschĂ€ftigte der Parlamentarier in den Wahlkreisen ausweiten. Zudem will sie Mitarbeitern, denen aus GrĂŒnden der Sicherheit der Zutritt zum Bundestag verweigert wurde, auch den Zugang zu den IT-Systemen des Parlaments kappen.

"Ein von uns in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das möglich ist. Dann sollten wir diese Möglichkeit jetzt auch nutzen", erklĂ€rte Bas. "Mir geht es darum, dieses Haus von innen wie von außen besser zu schĂŒtzen, damit die Abgeordneten und die BeschĂ€ftigten sicher arbeiten können", fĂŒhrte die SPD-Politikerin aus. Es habe in der Vergangenheit "ganz unterschiedliche sicherheitsrelevante VorgĂ€nge" gegeben. Als Beispiele nannte sie Störaktionen der Gruppe Letzte Generation oder die sogenannte ErstĂŒrmung der Reichstagstreppe. "Wir sehen gleichzeitig eine wachsende Gefahr der Einflussnahme von außen, zum Beispiel durch Spionage und Cyberangriffe." Die VorgĂ€nge bei der Konstituierung des Landtags in ThĂŒringen hat Bas eigenen Angaben zufolge aufmerksam verfolgt. Dort hatte der AfD-AltersprĂ€sident Abstimmungen zunĂ€chst nicht zulassen wollen. Das Landesverfassungsgericht wurde eingeschaltet. "In Erfurt konnte jede und jeder sehen, wie weit die AfD zu gehen bereit ist", sagte Bas. "Umso wichtiger ist es, sich gegen solche Versuche rechtzeitig und bestmöglich zu wappnen." Im Deutschen Bundestag hĂ€tten die Koalitionsfraktionen vor der Sommerpause den Entwurf fĂŒr eine grundlegend ĂŒberarbeitete GeschĂ€ftsordnung eingebracht. "Ich gehe davon aus, dass diese nun zĂŒgig beraten und mit hoffentlich möglichst breiter Mehrheit verabschiedet wird", sagte Bas.

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