DFB-Team: Jürgen Klopp startet mit XXL-Kader und lässt Frust-Stürmer Undav vorerst außen vor
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 12:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJürgen Klopp hat lange vor der Ankunft seiner Spieler das DFB-Quartier im Adidas-Homeground in Herzogenaurach bezogen und dort den letzten Form-Check für seinen XXL-Kader vor den TV-Bildschirmen vorgenommen.
Klopp beobachtet Neustart vor zig Bildschirmen
Der Bundestrainer und sein Trainerstab verfolgten die Partien der 44 nominierten Spieler nicht mehr im Stadion, sondern gebündelt über zahlreiche Fernsehbilder. Dabei sah Klopp Tore und starke Auftritte frischer DFB-Gesichter wie Younes Ebnoutalib und Derry Scherhant sowie viele Stimmen voller Vorfreude auf die anstehenden Länderspiele. Die Eindrücke dürften seinen mutigen Ansatz mit zwei getrennten Kadern und insgesamt vier Partien zusätzlich gestützt haben.
Der 59-Jährige will den spannenden Neubeginn der Nationalmannschaft mit zwei Kaderblöcken und den Nations-League-Spielen in den Niederlanden sowie gegen Griechenland und Serbien gestalten. Viele Spieler, die die schwierige Zeit unter Vorgänger Julian Nagelsmann erlebt haben, berichten von einer deutlich veränderten Stimmung.
Musiala spricht von „super Vibes“
Jamal Musiala, der nach einem 90-Minuten-Einsatz mit Tor für den FC Bayern nach Franken reist, schildert eine neue Energie im Team. Er habe sich mit Klopp viel ausgetauscht und beschreibt die „Vibes“ und die Stimmung im Umfeld der Nationalelf als sehr positiv. Klopp selbst betont, dass es allen Beteiligten enorm viel bedeute, für die Nationalmannschaft aufzulaufen.
Der Bundestrainer hatte schon früh eines der Holzhäuser auf dem Homeground bezogen, bevor im Laufe des Sonntags die ersten Akteure aus dem 24-Mann-Kader für die erste Länderspiel-Woche erwartet wurden. Die Nations League dient ihm als Bühne für einen kraftvollen Start als DFB-Chefcoach.
Klopp-Boost für die Neulinge im Vereinstrikot
Bei Neulingen wie Derry Scherhant hat allein die Berufung in den Kader einen zusätzlichen Schub ausgelöst. Der Freiburger Außenstürmer beschreibt seine Nominierung als surreal und sieht darin einen weiteren Push für seine Leistung, wie zuletzt beim 2:2 in Frankfurt. Die Einladung zur Nationalmannschaft wirkt für die Perspektivspieler wie eine Bestätigung und zugleich als Ansporn, sich im Vereinsalltag noch stärker zu präsentieren.
Für Klopp steht klar im Vordergrund, dass alles von Leistung abhängt. Er fordert von seinen Spielern, für jedes nächste Spiel bereit zu sein und das Gefühl zu vermitteln, dass ihnen jeder Einsatz im Nationaltrikot alles bedeutet. Der außergewöhnlich große und zweigeteilte Kader spiegelt diesen leistungsorientierten Ansatz wider.
Tür bleibt für Undav und andere offen
Der Bundestrainer macht deutlich, dass die aktuelle Auswahl kein endgültiges Urteil über alle Spieler ist, die derzeit außen vor bleiben. Für Akteure, die momentan Probleme haben oder nicht berücksichtigt wurden, sei die Tür nicht dauerhaft geschlossen. Zu den prominenten Namen zählt Deniz Undav.
Der Angreifer, Deutschlands erfolgreichster Schütze bei der letzten Weltmeisterschaft, zeigte nach der Niederlage mit dem VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund seinen Frust über die vorläufige Nichtberücksichtigung. Undav hatte fest mit einer Einladung gerechnet, zumal er mit drei WM-Toren und insgesamt neun Treffern in 13 Länderspielen starke Werte vorweisen kann.
Undav kämpferisch nach Ausbootung
Der 30-Jährige reagiert zugleich trotzig und kämpferisch. Er betont, kein „Kind von Traurigkeit“ zu sein und nicht zu klagen, sondern weiter alles geben zu wollen. Die bisherigen DFB-Zahlen hätten für ihn wie ein Puffer gewirkt, nun müsse er sich einem neuen Trainer noch einmal neu beweisen und zeigen, dass er weiterhin zur Nationalelf gehöre.
Undav blickt bereits auf die nächsten Chancen, sich zu empfehlen. Wenn er im November wieder dabei sein könne, werde der Bundestrainer erkennen, welchen Typ Spieler er verkörpere. Damit beschreibt Undav den persönlichen Weg, den viele etablierte Kräfte im Zuge des Umbruchs vor sich haben.
Routine verabschiedet sich – Platz für neue Generation
Parallel zu den neuen Gesichtern setzt sich der Generationenwechsel im DFB-Team fort. Pascal Groß, 35 Jahre alt und für Brighton aktiv, beendet seine Laufbahn in der Nationalmannschaft. Nach der Weltmeisterschaft sei für ihn Schluss gewesen, wie er erklärt, und er wünsche der neuen Generation alles Gute.
Zuvor hatten bereits Weltmeister-Torwart Manuel Neuer und Abwehrspieler Antonio Rüdiger ihre DFB-Karrieren beendet. Klopp will mit vielen erstmals eingeladenen Perspektivspielern die Leidenschaft für die Nationalelf neu entfachen, um mit Blick auf die Europameisterschaft 2028 und die Weltmeisterschaft 2030 wieder die Basis für Turniererfolge zu legen.
Neustart der Nationalmannschaft mit ungewöhnlich großem Kader
Der Einzug von Jürgen Klopp ins DFB-Quartier in Herzogenaurach markiert einen sichtbaren Übergang zu einer neuen Phase der Nationalmannschaft. Der Bundestrainer setzt mit seinem 44-köpfigen, zweigeteilten Aufgebot ein deutliches Signal für einen breiten Neuanfang, bei dem Leistung und Entwicklungschancen im Vordergrund stehen. Die Aufteilung auf zwei Kader für vier Nations-League-Partien erlaubt es, viele Spieler unter Wettkampfbedingungen zu testen und gleichzeitig eine neue Hierarchie behutsam aufzubauen.
Spannungsfeld zwischen Aufbruchstimmung und individuellem Frust
Die in der Meldung beschriebenen „Vibes“ und die Vorfreude etablierter Kräfte wie Jamal Musiala stehen im Kontrast zu der Enttäuschung von Deniz Undav, der nach starken Daten im DFB-Trikot zunächst außen vor bleibt. Dieses Spannungsfeld ist typisch für Umbruchphasen: Während Neulinge wie Derry Scherhant einen spürbaren Motivationsschub erleben, müssen zuvor gesetzte Spieler ihre Rolle neu definieren und sich wieder empfehlen. Klopps Betonung der Leistung als zentralem Kriterium verdeutlicht, dass frühere Verdienste zwar anerkannt, aber nicht mehr automatisch mit einer Einladung gleichgesetzt werden.
Generationwechsel mit Blick auf EM 2028 und WM 2030
Der Rücktritt erfahrener Kräfte wie Pascal Groß nach bereits vollzogenen Abschieden von Manuel Neuer und Antonio Rüdiger unterstreicht den strukturellen Generationswechsel. Klopp stellt die Nationalelf klar auf die Turniere 2028 und 2030 aus und nutzt die Nations League, um eine breite Basis an Perspektivspielern aufzubauen. Für die Fans bedeutet dies eine Phase mit vielen neuen Gesichtern, veränderten Rollen und wachsender Spannung, welche Talente sich im harten Konkurrenzkampf langfristig durchsetzen und den Weg zurück zu erfolgreichen Turnieren ebnen können.
