Deutsche Bahn: Bilger fordert Rückkehr der Familienreservierung
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) drängt die Deutsche Bahn auf eine Rückkehr der abgeschafften Familienreservierung. Der Politiker hatte die Streichung des Angebots bereits zuvor kritisiert und spricht nun von berechtigter Unzufriedenheit bei vielen Familien.
Bundesverkehrsminister erhöht den Druck auf die Bahn
Bilger erklärte, das Ministerium sei mit der Bahn im Gespräch, um eine Lösung für Familien zu finden. Der Wegfall der Familienreservierung sorge seiner Einschätzung nach zu Recht für große Unzufriedenheit bei Reisenden mit Kindern. Mit seiner öffentlichen Forderung erhöht der Minister den Druck auf das Unternehmen, das Angebot erneut zu prüfen.
Was sich mit der Abschaffung geändert hat
Die Deutsche Bahn hatte die Familienreservierung im Juni 2025 gestrichen. Bis dahin konnten Familien für 10,40 Euro bis zu fünf Sitzplätze gemeinsam reservieren und damit sicherstellen, gemeinsam zu reisen. Seit der Änderung müssen für jeden einzelnen Sitzplatz gesonderte Reservierungsgebühren bezahlt werden, was die Reisekosten für Familien spürbar steigern kann.
Reaktionen von Verbänden und Fahrgästen
Die Entscheidung der Bahn löste breite Kritik aus Politik und Fahrgastverbänden aus. Der Verkehrsclub Deutschland startete eine Petition für die Wiedereinführung der Familienreservierung, die mehr als 128.000 Menschen unterschrieben. Die hohe Beteiligung gilt als Zeichen dafür, dass viele Familien und regelmäßige Bahnreisende das Angebot vermissen.
Bilger betont gleichzeitig positive Familienangebote
Gleichzeitig nahm der Bundesverkehrsminister die Bahn beim Thema Familienfreundlichkeit in Schutz. Die Bahn habe für Familien grundsätzlich viele gute Angebote, sagte Bilger und verwies damit auf bestehende Vorteile wie spezielle Tickets oder Services. Seine Forderung nach einer Rückkehr der Familienreservierung zielt darauf ab, diese familienfreundliche Ausrichtung im Reservierungssystem zu stärken.
Die Forderung von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nach einer Rückkehr der Familienreservierung bei der Deutschen Bahn berührt einen sensiblen Punkt im deutschen Fernverkehr: bezahlbare und planbare Reisen für Familien. Die Abschaffung des Angebots im Juni 2025 hat eine Lücke in der Tariflandschaft hinterlassen, die sich besonders bei stark nachgefragten Verbindungen bemerkbar macht. Wenn Familien mehrere Einzelreservierungen buchen müssen, steigen nicht nur die Kosten, sondern auch das Risiko, nicht zusammenzusitzen.
Hintergrund und Interessenlage
Mit dem früheren Pauschalpreis von 10,40 Euro für bis zu fünf Plätze hatte die Bahn ein klar auf Familien zugeschnittenes Produkt, das Planungssicherheit gerade in Ferienzeiten bot. Dass mehr als 128.000 Menschen eine Petition für die Wiedereinführung unterschrieben haben, zeigt, dass es sich nicht um ein Randthema handelt. Fahrgastverbände sehen in solchen Angeboten einen Baustein, um den Schienenverkehr für Familien gegenüber dem Auto oder Flugzeug attraktiver zu machen.
Bedeutung für Bahn und Fahrgäste
Für die Deutsche Bahn steht bei der Frage der Familienreservierung mehr auf dem Spiel als ein einzelnes Tarifdetail. Familienfreundliche Angebote zahlen auf das Image eines kundenorientierten Unternehmens ein und können zur Auslastungssteuerung beitragen, wenn sie klug gestaltet sind. Für Verbraucher geht es um konkrete Mehrkosten pro Reise und um Komfort, etwa ob Kinder und Begleitpersonen sicher beieinander sitzen. Sollte die Bahn auf den Vorstoß aus der Politik eingehen, könnte dies als Signal verstanden werden, dass Kritik von Fahrgästen und Verbänden ernst genommen wird und soziale Aspekte im Preissystem stärkere Berücksichtigung finden.
Ausblick
Wie genau eine mögliche neue Familienreservierung ausgestaltet würde, ist offen. Denkbar sind unterschiedliche Modelle, etwa eine begrenzte Zahl reservierbarer Familienbereiche oder eine Preisstaffel je nach Auslastung. Klar ist: Die Debatte über faire Preise und familienfreundliche Konditionen im öffentlichen Verkehr wird auch über diese Einzelmaßnahme hinaus weitergehen.
