Caritas, Schuldzuweisungen

Caritas warnt vor Schuldzuweisungen bei Corona-Aufarbeitung

28.03.2024 - 10:36:33

Caritas-PrÀsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa kritisiert Forderungen nach AufklÀrung von Fehlern in der Corona-Pandemie als "toxisch".

Vier Jahre nach Inkrafttreten des ersten Corona-Lockdowns sei ein "öffentlicher Wettstreit darĂŒber entbrannt, wer rĂŒckblickend die meisten Fehler findet", sagte die PrĂ€sidentin des Deutschen Caritasverbandes den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Dieser Wettstreit ist toxisch." Welskop-Deffaa warnte: "Eine Aufarbeitung, die rĂŒckwirkend Schuldzuweisungen und VerdĂ€chtigungen in den Mittelpunkt stellt, wird fĂŒr eine nĂ€chste Krise das Gegenteil von dem bewirken, was erreicht werden soll: Menschen werden weniger bereit sein, unter riskanten Bedingungen zupackend Entscheidungen zu treffen." Die Chefin des katholischen Wohlfahrtsverbandes forderte stattdessen einen Wettstreit bei der Suche nach den Namen der "ungezĂ€hlten Helden" der Coronakrise.

In den Altenhilfeeinrichtungen, in KrankenhĂ€usern, in Sozialberatungsstellen, aber auch in den Verwaltungen der Sozial- und Gesundheitsbehörden hĂ€tten Menschen in der Pandemie selbstlos Verantwortung ĂŒbernommen. "Wenn wir aus Corona lernen wollen, darf sich der Blick nicht auf mögliche Fehler verengen, sondern es gilt darauf zu schauen, dass und warum Menschen bereit waren, Verantwortung zu tragen und solidarisch zu sein", sagte Welskop-Deffaa.

@ dts-nachrichtenagentur.de