Schwarz-rote Koalition, David Preisendanz

CDU-Abgeordneter Preisendanz fordert Führung in Koalition

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 17:04 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der CDU-Bundestagsabgeordnete David Preisendanz warnt angesichts schwacher Umfragewerte und jüngster AfD-Erfolge vor einem Scheitern der Bundesregierung. Einen Koalitionsbruch hält er nicht für geeignet, Reformen wahrscheinlicher zu machen.

CDU-Abgeordneter mahnt mehr Führung in der Koalition an
David Preisendanz (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der CDU-Bundestagsabgeordnete David Preisendanz hat mehr Führung in der schwarz-roten Bundesregierung gefordert. „Wir brauchen jetzt dringend Führung“, sagte Preisendanz dem „Tagesspiegel“ für die Donnerstagausgabe.

Warnung vor einem Scheitern der Bundesregierung

Erforderlich seien Verantwortungsträger auf beiden Seiten, die wüssten, was die Stunde geschlagen habe. Angesichts der Zustimmungswerte für die Koalitionsparteien sagte Preisendanz, wer glaube, schlimmer könne es nicht mehr werden, dem fehle die Vorstellungskraft.

Der CDU-Politiker warnte vor einem Scheitern der Bundesregierung. Ein Bruch der Koalition mache keine Reform wahrscheinlicher, sagte er.

Preisendanz sieht AfD durch Koalitionsstreit gestärkt

Jetzt werde sich zeigen, wer die politische Mitte wirklich verteidigen wolle und für wen dies nur leere Floskeln gewesen seien. Mit Blick auf die jüngsten Erfolge der AfD sagte Preisendanz, man erfülle „gerade vollständig den Matchplan der AfD“.

Dass dies offensichtlich nicht gesehen werde, mache ihn zunehmend fassungslos.

Die Forderung nach mehr Führung fällt in eine Phase, in der die schwarz-rote Bundesregierung zugleich mit schwachen Zustimmungswerten und wachsender Konkurrenz durch die AfD konfrontiert ist. In einer am 6. Oktober veröffentlichten Forsa-Erhebung lagen CDU und CSU bei 19 Prozent, während die AfD 26 Prozent erreichte. 38 Prozent der Befragten nannten die Bundesregierung als wichtigstes politisches Thema.

Auch die Bewertung des Bundeskanzlers fällt deutlich aus: In einer Ende September erhobenen Umfrage bewerteten 17 Prozent die Arbeit von Friedrich Merz als eher gut, 79 Prozent als eher schlecht. Politikwissenschaftler führen die Vertrauenskrise nicht nur auf einzelne Sachentscheidungen, sondern auch auf fehlende Konsistenz und eine unklare politische Richtung zurück.

AfD setzt Union zusätzlich unter Druck

Der Druck zeigt sich nicht allein in bundesweiten Umfragen. In Sachsen-Anhalt stellte die AfD am 6. Oktober erstmals einen Landtagspräsidenten. Die Wahl von Tobias Rausch mit 48 von 82 abgegebenen Stimmen verschärfte zugleich die innerparteiliche Debatte in der CDU über Abgrenzung, Führung und den Umgang mit politischen Mehrheiten.

Für die Koalition bedeutet das: Sie muss politische Entscheidungen vermitteln, interne Konflikte begrenzen und zugleich verhindern, dass die AfD aus Streit und Unzufriedenheit weiteren Nutzen zieht. Ein Bruch der Bundesregierung würde diese strukturellen Probleme nicht automatisch lösen; entscheidend bleiben daher sichtbare Handlungsfähigkeit, abgestimmtes Auftreten und eine erkennbare gemeinsame Linie.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „RTL/ntv-Trendbarometer: CDU/CSU weiter bei 19 Prozent, AfD bei 26“ (06.10.2026)

Der Beitrag dokumentiert die schwachen Umfragewerte der Union und den Vorsprung der AfD. Anders als die dts-Meldung, die den innerkoalitionären Ruf nach Führung in den Mittelpunkt stellt, legt n-tv den Schwerpunkt auf die Stimmungslage, die Bewertung von Friedrich Merz und die politische Bedeutung der Bundesregierung als wichtigstes Thema.

ZDF heute: „CDU-Kanzler: Worin ein Wahlforscher das Problem von Merz sieht“ (05.10.2026)

Das ZDF ordnet die Krise der CDU und der schwarz-roten Koalition als Vertrauens- und Führungsproblem ein. Der Beitrag setzt stärker auf die politikwissenschaftliche Erklärung von fehlender Konsistenz und unklarer Richtung, während Preisendanz die Verantwortung vor allem bei den politischen Akteuren innerhalb der Koalition sieht. Gemeinsam ist beiden Perspektiven der Befund, dass die AfD vom Vertrauensverlust profitiert; offen bleibt, ob die Bundesregierung daraus kurzfristig eine gemeinsame politische Linie entwickeln kann.

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