CDU, Friedrich Merz

CDU-Chef Thering fordert Merz zu Vertrauensfrage auf

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 13:40 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering erhöht nach den Wahlniederlagen der Partei den Druck auf Friedrich Merz. Er fordert mehr Durchsetzungskraft in der Koalition und hĂ€lt im Zweifel auch die Vertrauensfrage fĂŒr denkbar.

Hamburgs CDU-Chef: Merz soll sich mit Vertrauensfrage durchsetzen
Dennis Thering (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering verlangt von Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz entschlosseneres Handeln nach den schwachen Wahlergebnissen der Union. Er sagte dem Hamburger Sender „NDR 90,3“, Merz mĂŒsse Reformen stĂ€rker durchsetzen, auch gegen Widerstand in der Koalition.

Thering kritisiert Kurs der politischen Mitte

Thering fĂŒhrt die desaströsen Resultate auf zu viel Zögern in der politischen Mitte zurĂŒck. Der Kanzler habe sich in der Koalition nicht durchgesetzt, sagte er. Die Menschen erlebten Dauerstreit in der Bundesregierung, das Zerreden von Reformen und das Fehlen einer klaren Handschrift der Union.

„So könne es nicht weitergehen“, sagte Thering. Falls nötig, mĂŒsse Merz einen drastischen Schritt gehen und die Vertrauensfrage stellen.

CDU unter Druck nach Wahlabend

Auslöser der Debatte sind die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In Mecklenburg-Vorpommern kam die CDU am Sonntag nur auf 4,9 Prozent und scheiterte damit erstmals in ihrer Geschichte bei einer Landtagswahl an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde.

Auch in Berlin verlor die Partei deutlich an Stimmen. Ihr Anteil sank dort von 28 auf knapp 19 Prozent.

Die Forderung aus Hamburg trifft die CDU in einer Phase, in der der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz durch die Wahlergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bereits deutlich gestiegen ist. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gilt fĂŒr die Union als besonders heikel, weil ein Scheitern an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde dort historische Bedeutung hĂ€tte und die Debatte ĂŒber Kurs, FĂŒhrung und Regierungsstil weiter verschĂ€rfen wĂŒrde.

Dass Thering Merz mehr Durchsetzungskraft auch gegen WiderstÀnde in der Koalition abverlangt, passt in die parteiinterne Erwartung, nach Reformen nicht nur zu rufen, sondern sie sichtbar durchzusetzen. Der Verweis auf die Vertrauensfrage macht zugleich deutlich, wie ernst Teile der Union die Lage einschÀtzen: Gemeint ist nicht nur kurzfristige Kommunikationskritik, sondern die Frage, ob Merz als Kanzler noch ausreichend AutoritÀt besitzt, um die eigene Mehrheit zusammenzuhalten.

Politische Bedeutung

FĂŒr die CDU ist der Wahlsonntag damit mehr als eine regionale BewĂ€hrungsprobe. In Berlin geht es um die Rolle als stĂ€rkste Kraft, in Mecklenburg-Vorpommern um das Vermeiden eines Absturzes unter fĂŒnf Prozent. Zusammengenommen bestimmen diese Ergebnisse, wie geschlossen die Partei den Kanzler stĂŒtzt und wie laut die Debatte ĂŒber die weitere FĂŒhrung werden dĂŒrfte.

Folgen fĂŒr die Union

Bleiben die Ergebnisse schwach, wĂ€chst der Druck auf Merz, seine Linie schĂ€rfer zu definieren und Konflikte in der Koalition offensiver auszutragen. Gelingt es der Union dagegen, in Berlin zu stabilisieren und im Nordosten einen Totalausfall zu vermeiden, hĂ€tte der Kanzler zunĂ€chst wieder Luft fĂŒr die politische Auseinandersetzung im Bund.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesschau: „CDU vor den Wahlen: FĂŒr den Kanzler geht es ums Amt“ (19.09.2026)

Der Beitrag ordnet die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als Machtprobe fĂŒr Friedrich Merz ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark ein schwaches CDU-Ergebnis den innerparteilichen Druck auf den Kanzler erhöhen könnte.

Tagesschau: „Wahlen in MV und Berlin ++ Parteien haben Wahlkampf beendet ++“ (19.09.2026)

Der Liveblog betont die RĂŒckendeckung fĂŒr Merz aus der eigenen Partei und verweist zugleich auf die erwarteten Risiken fĂŒr die CDU in beiden LĂ€ndern. Anders als die Analyse des Senders zeigt er den Wahlabend vor allem als laufende politische Lage mit offenen Reaktionen und möglichen Folgeschritten.

Beide BeitrĂ€ge stimmen darin ĂŒberein, dass das Ergebnis in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern fĂŒr Merz und die Union bundespolitische Folgen haben kann. Unterschiedlich ist der Schwerpunkt: einmal steht die Kanzlerfrage im Vordergrund, einmal die unmittelbare Entwicklung am Wahlabend.

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