Linnemann will nicht als Politiker in Rente gehen
03.07.2025 - 06:55:00Er gehe davon aus, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) bei der Wahl 2029 nochmal antrete. "Aber nein, es war nie mein Ziel, Bundeskanzler zu werden. Und ich will irgendwann nochmal was anderes machen", bekrĂ€ftigte er, ohne ins Detail zu gehen. Linnemann lieĂ erkennen, dass er am Abend der Bundestagswahl im Februar - bei der die Union mit 28,6 Prozent hinter den Erwartungen zurĂŒckblieb - an RĂŒckzug dachte. WĂ€re die Partei von Sahra Wagenknecht in den Bundestag eingezogen, "hĂ€tten wir eine sogenannte Kenia-Koalition wahrscheinlich bekommen". In einer Dreierkoalition mit GrĂŒnen und SPD hĂ€tte er an einen Politikwechsel nicht geglaubt, so der GeneralsekretĂ€r. Dann hĂ€tte er sich schnell mit Merz treffen und ihm sagen mĂŒssen, "dass ich der festen Ăberzeugung bin, als Parteimanager diesen Politikwechsel, fĂŒr den ich geworben habe, dass ich den in einer Kenia-Konstellation nicht umsetzen kann". Linnemann fĂŒgte hinzu, er hĂ€tte sich "nur schwer vorstellen können, die Rolle, die ich damals hatte, weiterzumachen, weil ich wĂ€re unglaubwĂŒrdig geworden". Das BSW verfehlte die FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde um wenige tausend Stimmen. Als seine schwerste Entscheidung bezeichnete es Linnemann, 2011 als junger Abgeordneter gegen die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms zu stimmen und damit die Mehrheit der schwarz-gelben Koalition von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu gefĂ€hrden. Jetzt GeneralsekretĂ€r zu bleiben und nicht Wirtschaftsminister der schwarz-roten Koalition zu werden, fiel ihm dagegen nach eigenem Bekunden nicht schwer.


