CDU-Präsidium berät am 11. Oktober über Wahlniederlagen
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das CDU-Präsidium kommt am 11. Oktober in Berlin zu einer Klausurtagung zusammen, um über die Folgen der Niederlagenserie bei den drei Landtagswahlen im September zu beraten.
CDU verliert in drei Ländern
Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Termin. Die CDU war bei der Wahl in Sachsen-Anhalt um fast 20 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent eingebrochen, während die AfD dort fast die absolute Mehrheit erreichte.
In Mecklenburg-Vorpommern flog die CDU erstmals aus einem Landtag. In Berlin wurde sie von der Linken auf Platz zwei verdrängt.
Merz kündigt Beratungen an
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Montag nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern Beratungen der Parteiführung über «den Kurs und den Prozess der kommenden Wochen» angekündigt. Ziel sei es, zu einem «neuen Miteinander» zu kommen.
Gleichzeitig machte sich Merz für die Umsetzung der bereits mit der SPD vereinbarten Reformen stark.
Ministerpräsidenten geben Rückendeckung
Merz ist durch die Wahlniederlagen massiv unter Druck geraten. Die acht CDU-Ministerpräsidenten haben ihm zunächst Rückendeckung gegeben.
Alle Landesregierungschefs nehmen qua Amt an den Beratungen des Parteipräsidiums teil. Dem Spitzengremium gehören insgesamt etwa 25 Mitglieder an.
Kamingespräch mit Unions-Ministerpräsidenten
Bereits am Donnerstagabend kommt Merz mit den Ministerpräsidenten der Union zum traditionellen Kamingespräch zusammen. Dabei soll die Bundesratssitzung am Freitag vorbereitet werden.
Auch in diesem Gespräch dürfte es erneut um die Folgen der Wahlniederlagen gehen.
Parteiführung muss Wahlergebnisse politisch einordnen
Die Klausurtagung fällt in eine Phase, in der die CDU ihre Rolle als bundesweit prägende Volkspartei neu bestimmen muss. Die Verluste in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin weisen dabei auf unterschiedliche regionale Ursachen hin: Im Osten ist die AfD besonders stark, in Berlin konnte die Linke die CDU überholen. Gemeinsam ist den Ergebnissen der Verlust an Bindekraft für Teile der bisherigen CDU-Wählerschaft.
Für Friedrich Merz verbindet sich die parteiinterne Aufarbeitung mit der Regierungsarbeit. Der CDU-Chef hat angekündigt, an den mit der SPD vereinbarten Reformen festzuhalten. Zugleich verlangen führende Unionspolitiker eine umfassende Analyse und einen Neustart. Damit stehen bei der Klausur nicht nur taktische Fragen für kommende Landtagswahlen auf der Tagesordnung, sondern auch die Frage, wie die Bundespolitik wieder stärker an Alltagsproblemen wie Wohnkosten, Energiepreisen und wirtschaftlicher Unsicherheit ausgerichtet werden kann.
Rückhalt und Handlungsfähigkeit im Mittelpunkt
Die acht CDU-Ministerpräsidenten haben Merz zunächst Rückendeckung gegeben. Ihre Beteiligung an den Beratungen kann die Geschlossenheit der Partei unterstreichen, macht die Runde aber zugleich zu einem wichtigen Forum für Kritik aus den Ländern. Für Bürgerinnen und Bürger ist entscheidend, ob daraus konkrete politische Prioritäten entstehen oder ob die Debatte vor allem personell geführt wird.
