Friedrich Merz, Unionsfraktion

CDU-Wahlniederlagen: Unionsfraktion gibt Merz volle Rückendeckung

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Unionsfraktion steht nach Angaben ihrer neuen Fraktionsmanagerin Catarina dos Santos-Wintz hinter Bundeskanzler Friedrich Merz. Die CSU will keine Personaldebatte führen und drängt stattdessen auf politische Inhalte.

Die Personalrochade im Sommer hat Catarina dos Santos-Wintz auf den Posten der Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin der Unionsfraktion gebracht. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Die Personalrochade im Sommer hat Catarina dos Santos-Wintz auf den Posten der Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin der Unionsfraktion gebracht. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Die Unionsfraktion steht nach Einschätzung ihrer neuen Fraktionsmanagerin Catarina dos Santos-Wintz trotz der jüngsten Wahlniederlagen der CDU hinter Bundeskanzler Friedrich Merz.

Fraktionsmanagerin spricht von voller Unterstützung

„Der Kanzler hat die volle Rückendeckung der Unionsfraktion“, sagte die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin vor einer Sitzung der Bundestagsfraktion. Damit reagierte sie auf die Frage, ob es nach den Verlusten bei drei Landtagswahlen auch in der Bundestagsfraktion eine Debatte über die politische Zukunft des Kanzlers gebe.

Dos Santos-Wintz stellte sich damit hinter Merz, der bereits nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen parteiintern unter Druck geraten war. Am vergangenen Sonntag verfehlte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern den Einzug in den Landtag und verlor in Berlin den ersten Platz an die Linke.

CSU will über Inhalte sprechen

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann äußerte sich zurückhaltender. Zur Frage nach der Rückendeckung für Merz sagte er, die CSU führe keine Personaldebatte über die politische Zukunft des Kanzlers.

Stattdessen müsse es nun um Inhalte gehen, betonte Hoffmann. „Wir sind angetreten, dieses Land besser zu machen. Und das werden wir auch so weiter machen.“

Merz sieht keine Personaldebatte

Merz hatte nach der Wahlschließung erklärt, CDU-Chef und „vor allem“ Kanzler bleiben zu wollen. Nach seinen Angaben war die Personalfrage bei den Sitzungen des CDU-Präsidiums und des Bundesvorstands am Sonntag und Montag kein Thema.

Es sei von niemandem „irgendeine personelle Frage“ gestellt und „geschweige denn eine Personaldebatte“ geführt worden, sagte Merz auf einer Pressekonferenz. Auch die acht CDU-Ministerpräsidenten hatten ihm bereits vor den beiden neuen Niederlagen ihre Unterstützung zugesichert.

Rückhalt trotz schwerer Wahlniederlagen

Die Unterstützung für Friedrich Merz steht nach den jüngsten Wahlergebnissen unter einem doppelten Vorzeichen: CDU und CSU wollen die Personalfrage vorerst zurückstellen, zugleich wächst der Druck, die politische Wirkung der Bundespolitik zu erklären. In Mecklenburg-Vorpommern verfehlte die CDU erstmals den Einzug in ein Landesparlament; in Berlin verlor sie deutlich an Zustimmung und blieb hinter der Linken zurück.

Für die Unionsfraktion im Bundestag bedeutet das eine Gratwanderung. Sie muss den Kanzler bei den angekündigten Reformen unterstützen und zugleich auf Sorgen reagieren, die in den Ländern wahlentscheidend wurden. Dazu zählen nach den Debatten der vergangenen Tage insbesondere Lebenshaltungskosten, Energiepreise, Arbeitsplätze, Gesundheitsversorgung und die Frage, ob Reformen als gerecht vermittelt werden.

Entscheidend wird die Umsetzung

Die Rückendeckung schützt Merz kurzfristig vor einer offenen Führungsdebatte, ersetzt aber keine politischen Erfolge. Die Fraktion verfügt über die parlamentarische Mehrheit, muss diese jedoch bei kontroversen Vorhaben geschlossen halten. Zugleich bleibt die schwarz-rote Koalition auf Abstimmung angewiesen: Der SPD reicht ein bloßes Weiter-so nach den Wahlergebnissen nicht aus.

Für Bürgerinnen und Bürger wird damit vor allem relevant, ob die Bundesregierung Reformen rasch beschließt, ihre sozialen Folgen begrenzt und konkrete Entlastungen sichtbar macht. Die Landtagswahlen haben gezeigt, dass bundespolitische Entscheidungen auch außerhalb Berlins unmittelbar auf die Zustimmung zur Kanzlerpartei zurückwirken.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „„Sozialistisches Himmelfahrtskommando“: CSU fordert schnelles Enteignungsverbot von Immobilien“ (22.09.2026)

Der Liveblog berichte ebenfalls von der vollen Rückendeckung für Merz in der Unionsfraktion. Anders als die dpa-Meldung hebe er zusätzliche Aussagen von Catarina dos Santos-Wintz hervor, wonach sie eine Debatte über die Wahlniederlagen erwarte und die Fraktion die Reformprojekte im Herbst weitertragen solle.

tagesschau: „CDU sortiert sich nach Wahlniederlagen neu“ (21.09.2026)

Der Bericht bestätige, dass die CDU-Spitze nach den Niederlagen zunächst Rückhalt für Merz signalisiert habe. Er setze den Schwerpunkt stärker auf die Ursachen der Wahlergebnisse, die notwendige bessere Ansprache der Bürger und die Frage, wie der Reformkurs politisch vermittelt werden könne.

Medienübergreifend werde damit die Unterstützung für Merz als aktuelle politische Linie beschrieben; zugleich bleibe offen, ob sie angesichts weiterer Reformentscheidungen und des anhaltenden Wahldrucks dauerhaft Bestand habe.

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