China erhöht Gegenzölle auf US-Waren auf 125 Prozent
11.04.2025 - 10:27:59China zieht im Handelsstreit mit den USA nach: Die Gegenzölle auf US-Waren sollen nun auf 125 Prozent steigen, wie die Zollkommission des chinesischen Staatsrates mitteilte. Wenn die Regierung in Washington auch in Zukunft Zölle auf chinesische Waren erhebt, die in die USA exportiert werden, werde China dies ignorieren, teilte die Behörde weiter mit.
Die Zölle hĂ€tten ein Niveau erreicht, bei dem fĂŒr US-Waren, die nach China exportiert wĂŒrden, keine Marktakzeptanz mehr bestehe, hieĂ es weiter. Inkrafttreten soll die MaĂnahme laut Mitteilung am 12. April.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zuvor verkĂŒndet, die Zölle auf Importe aus China noch weiter auf 125 Prozent zu erhöhen. AnschlieĂend hatte die US-Regierung mitgeteilt, bereits eingefĂŒhrte Zölle in Höhe von 20 Prozent nicht einberechnet zu haben. Damit liegt der Sonderzollsatz gegen China nun bei 145 Prozent, wĂ€hrend Trump parallel fĂŒr andere LĂ€nder bestimmte AufschlĂ€ge vorĂŒbergehend ausgesetzt hatte.
Peking will sich nicht erpressen lassenÂ
Trump begrĂŒndete den Schritt damit, dass China den WeltmĂ€rkten «mangelnden Respekt» entgegenbringe. Peking hatte zuvor als Reaktion auf die US-ZollankĂŒndigungen der vergangenen Tage klargemacht, dass es im Zollstreit bereit sei, «bis zum Ende zu kĂ€mpfen», und warf den USA «Erpressung» vor.
Zugleich wirbt China bei anderen Handelspartnern um bessere Beziehungen. Bei einem Treffen mit dem spanischen Regierungschef Pedro SĂĄnchez warb Peking fĂŒr eine Zusammenarbeit mit der EU im globalen Handelskonflikt. Zuvor hatten auch EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und der chinesische Handelsminister Wang Wentao telefonisch ĂŒber mehr wirtschaftlichen Austausch beider Seiten gesprochen.
Hin und Her ruft Kritik hervorÂ
Das teilweise Einlenken von US-PrĂ€sident Trump im internationalen Zollkonflikt hatte zunĂ€chst fĂŒr etwas Erleichterung bei Handelspartnern und an den Börsen gesorgt. Nach dem fulminanten Aufschwung vom Mittwoch hatten die US-AktienmĂ€rkte am Donnerstag allerdings wieder den RĂŒckwĂ€rtsgang eingelegt.Â
Grund fĂŒr den AufwĂ€rtstrend war, dass Trump nach groĂen Turbulenzen an den Aktien- und FinanzmĂ€rkten ĂŒberraschend entschieden hatte, vielen Staaten 90 Tage lang eine Pause von bestimmten Zöllen zu gewĂ€hren. Allerdings ging er mit zusĂ€tzlicher HĂ€rte gegen China vor. Sein Hin und Her bei den Zöllen und die daraus folgenden Marktschwankungen rufen viel Kritik hervor - und werfen Fragen nach möglichem Insider-Handel auf.


