Connecting Europe Days: Deutschlands Bahn braucht die EU
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:48 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSFinanzierung der Verbindungen, die Europa braucht
Bei den Connecting Europe Days in BrĂŒssel forderten EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas die Regierungen der Mitgliedsstaaten und die EU-Abgeordneten auf, die von der Kommission vorgeschlagenen 51,5 Milliarden Euro fĂŒr die FazilitĂ€t "Connecting Europe" im nĂ€chsten langfristigen Haushalt (MFR) beizubehalten. Von dieser Summe sind rund 17,5 Milliarden Euro fĂŒr Projekte zur militĂ€rischen MobilitĂ€t vorgesehen.
Die Mittel sollen dazu beitragen das transeuropĂ€ische Verkehrsnetz (TEN-T) zu vervollstĂ€ndigen. Es gilt als RĂŒckgrat des EU-Binnenmarktes. DafĂŒr sollen grenzĂŒberschreitende LĂŒcken und EngpĂ€sse beseitigt werden. Bei den laufenden Verhandlungen ĂŒber den nĂ€chsten EU-Haushalt mit dem EuropĂ€ischen Parlament und den Mitgliedstaaten habe er beide Seiten bei jeder Gelegenheit aufgefordert, "unseren Ambitionen gerecht zu werden", sagte Tzitzikostas.
Als ein wichtiges Projekt gilt die geplante Bahnverbindung zwischen Berlin und Kopenhagen. Nach den PlĂ€nen fĂŒr Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken der Kommission soll die Fahrzeit bis 2030 deutlich sinken. "Wenn man zwischen Berlin und Kopenhagen in vier statt der heute benötigten sieben Stunden reisen könnte, wĂŒrde die Bahn plötzlich zu einer attraktiveren Option", sagte Tzitzikostas.
Diese Investitionsvorhaben haben fĂŒr FahrgĂ€ste aber zunĂ€chst auch einen Preis: Laufende und geplante Bauarbeiten fĂŒhren hĂ€ufig zu EinschrĂ€nkungen, bevor konkrete Verbesserungen sichtbar werden. Magda Kopczynska, Leiterin der Generaldirektion MobilitĂ€t und Verkehr der Kommission, bat die EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er um "Geduld". Zugleich forderte sie, dass die Verantwortlichen dieser Projekte den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern ihren Zweck und Nutzen klar darlegen und die Vorhaben termingerecht umgesetzt werden.
Verkehr fĂŒr alle: von der Hauptstadt bis ins Dorf
EU-geförderte Projekte im Rahmen der TEN-T sollen auch kleinere StĂ€dte und Regionen miteinander verbinden und so eine bessere Anbindung ĂŒber die europĂ€ischen HauptstĂ€dte hinaus gewĂ€hrleisten. Kopczynska erklĂ€rte, dass Menschen und Unternehmen "nicht nur profitieren werden, weil sie Zugang zu einer besseren Anbindung haben, sondern dass eine bessere Anbindung auch zu besseren GeschĂ€ftsmöglichkeiten und einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung fĂŒhren wird".
FĂŒr Deutschland sind die grenzĂŒberschreitenden Auswirkungen besonders relevant. Tilly Metz, Europaabgeordnete aus Luxemburg, sagte, eine bessere Koordinierung von Bauarbeiten im Schienenverkehr, vorausschauende Planung und digitale Systeme könnten FolgebeeintrĂ€chtigungen verringern: Probleme im deutschen Netz können sich auf den Verkehr ĂŒber Deutschland hinaus auswirken. Als Beispiel dafĂŒr, wie eine stĂ€rkere europĂ€ische grenzĂŒberschreitende Koordination BeeintrĂ€chtigungen verringern könnte, nannte sie die Umleitung von ZĂŒgen durch Luxemburg wĂ€hrend deutscher Bahnbauarbeiten.
Metz fungierte als Berichterstatterin fĂŒr die im Juni in Kraft getretene EU-Verordnung zum SchienenkapazitĂ€tsmanagement. Sie sagte, dass ein verbessertes KapazitĂ€tsmanagement im Schienenverkehr gemÀà den neuen Vorschriften bedeute, dass sofort 4 Prozent mehr ZĂŒge ohne zusĂ€tzliche Investitionen auf dem europĂ€ischen Schienennetz verkehren könnten.
Ziviler und militÀrischer Schienenverkehr Seite an Seite
Die Vorbereitung der europĂ€ischen Eisenbahnen auf eine erhöhte militĂ€rische MobilitĂ€t war ein wichtiges Thema bei den diesjĂ€hrigen Connecting Europe Days. Nach Angaben der Kommission muss ein Teil der bestehenden Infrastruktur fĂŒr die duale zivile und militĂ€rische Nutzung ausgebaut werden. Dazu gehören unter anderem stabilere BrĂŒcken und breitere Tunnel. Zugleich muss die Infrastruktur fĂŒr den tĂ€glichen Alltagsverkehr verfĂŒgbar bleiben. Eine bessere Planung und Nutzung bestehender Bahnstrecken könnte zudem zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten schaffen und dazu beitragen, dass ziviler Verkehr und GĂŒterzĂŒge das Netz gemeinsam nutzen können.
Kopczynska betonte, dass es nicht darum gehe, Infrastruktur fĂŒr Verteidigungszwecke zu reservieren. "Die Idee ist, dass sie zu 98 Prozent der Zeit zivil genutzt wird", sagte die Generaldirektorin. "Wir bauen keine ausschlieĂlich militĂ€rische Infrastruktur auf", fĂŒgte sie hinzu.
Ăber GD MOVE
Die GD MOVE ist die Generaldirektion MobilitĂ€t und Verkehr der EuropĂ€ischen Kommission. Sie ist fĂŒr die Entwicklung und Umsetzung der Verkehrspolitik in der EuropĂ€ischen Union und ihren Mitgliedstaaten zustĂ€ndig.
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