Markus Söder, Sachsen-Anhalt Wahl

Söder traut Schulze starkes Ergebnis bei Wahl in Sachsen-Anhalt zu

Veröffentlicht am: 05.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

CSU-Chef Markus Söder traut CDU-MinisterprĂ€sident Sven Schulze ein starkes Ergebnis bei der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu und hĂ€lt selbst komplizierte Regierungsmodelle fĂŒr denkbar. Zugleich warnt er vor einem möglichen Epochenbruch durch radikale KrĂ€fte und lehnt finanzpolitische Sanktionen fĂŒr bestimmte Wahlergebnisse ab.

Söder rechnet mit gutem Abschneiden von Schulze in Sachsen-Anhalt
Sven Schulze am 02.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der bayerische MinisterprÀsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder rechnet kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem guten Abschneiden des dortigen CDU-MinisterprÀsidenten Sven Schulze. Schulze sei ein starker Regierungschef, sagte Söder der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe).

Söder erwartet handlungsfÀhige Regierung in Sachsen-Anhalt

Söder zeigte sich ĂŒberzeugt, dass Schulze auch dann eine "gute und konstruktive Regierung" bilden könne, wenn es nach der Wahl keine klassische Mehrheit im Landtag gibt. Er sprach von pragmatischen Lösungen und schloss dabei Tolerierungen durch Parteien nicht aus, "bei denen sich uns normalerweise alle Haare strĂ€uben wĂŒrden". Wichtig sei in den LĂ€ndern vor allem, dass ein Haushalt durch das Parlament gebracht werden könne.

Unterschiedliche MaßstĂ€be fĂŒr Bund und LĂ€nder

Mit Blick auf mögliche Konstellationen betonte Söder, dass im Bund "stabile und klare Mehrheiten" nötig seien. In den LĂ€ndern komme es dagegen stĂ€rker auf FunktionsfĂ€higkeit und die Verabschiedung von Haushalten an, wie er mit Verweis auf Beispiele aus Sachsen und ThĂŒringen hervorhob. Aus seiner Sicht kann ein Ă€hnliches Modell auch in Sachsen-Anhalt funktionieren.

Warnung vor Epochenbruch durch radikale KrÀfte

Über die Landtagswahl hinaus sieht Söder die grundsĂ€tzliche Frage, "ob es in der deutschen Demokratie einen Epochenbruch gibt und erstmals in der Nachkriegsgeschichte radikale KrĂ€fte die Oberhand gewinnen". Viele Menschen haderten zwar mit der Politik, spĂŒrten aber, "was eine alleinige Verantwortung der AfD bedeuten wĂŒrde", sagte der CSU-Chef. Damit knĂŒpfte er seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Schulze an die Sorge vor einem Erstarken radikaler Parteien.

LĂ€nderfinanzausgleich nicht als Druckmittel gegen WĂ€hler

Konsequenzen eines möglichen AfD-Wahlerfolgs beim LĂ€nderfinanzausgleich lehnte Söder ausdrĂŒcklich ab. Eine Reform des Ausgleichssystems sei zwar "ĂŒberfĂ€llig", dĂŒrfe aber nicht als Strafzahlung fĂŒr bestimmtes Wahlverhalten dienen. "Die Bereitschaft zu Reformen sollte in einer Demokratie nicht davon abhĂ€ngig sein, wer gewĂ€hlt wird", sagte der bayerische MinisterprĂ€sident und unterstrich damit, dass finanzpolitische Entscheidungen aus seiner Sicht nicht als Druckmittel gegenĂŒber den BĂŒrgern eingesetzt werden dĂŒrfen.

Die Aussage von Markus Söder fĂ€llt in eine Phase erhöhter politischer Aufmerksamkeit fĂŒr die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt steht CDU-MinisterprĂ€sident Sven Schulze, der laut Söder als starker Regierungschef wahrgenommen wird und dessen Ergebnis ĂŒber die Landesgrenzen hinaus als Signal fĂŒr den Umgang mit erstarkten politischen RĂ€ndern gilt.

Bemerkenswert ist Söders klare Unterscheidung zwischen den Anforderungen an Regierungsbildungen in den LĂ€ndern und auf Bundesebene. WĂ€hrend er im Bund auf „stabile und klare Mehrheiten“ pocht, betont er fĂŒr die LĂ€nder die FĂ€higkeit, tragfĂ€hige Haushalte durch das Parlament zu bringen. Damit verweist er auf bereits praktizierte Minderheits- und Tolerierungsmodelle in ostdeutschen LĂ€ndern wie Sachsen und ThĂŒringen, bei denen Regierungen auf wechselnde oder formelle UnterstĂŒtzung außerhalb klassischer Koalitionen angewiesen sind.

Demokratische StabilitÀt und Umgang mit der AfD

Wenn Söder vor einem „Epochenbruch“ warnt, spielt er auf die Möglichkeit an, dass radikale KrĂ€fte, insbesondere die AfD, erstmals eine dominante Rolle in einem Landesparlament mit Regierungsverantwortung einnehmen könnten. Zugleich setzt er darauf, dass WĂ€hler die Konsequenzen einer alleinigen Verantwortung der AfD abschĂ€tzen und dieser die Mehrheit verweigern. Diese Argumentation adressiert verbreitete Sorgen um die StabilitĂ€t demokratischer Institutionen, ohne konkrete Szenarien zu dramatisieren.

Föderaler Finanzausgleich und Wahlergebnisse

Mit seiner Ablehnung, den LĂ€nderfinanzausgleich als Reaktionsinstrument auf Wahlergebnisse zu nutzen, markiert Söder eine rote Linie im föderalen System. Dass er eine Reform als â€žĂŒberfĂ€llig“ bezeichnet, deutet auf fortbestehende Konflikte zwischen Geber- und NehmerlĂ€ndern hin. Gleichzeitig betont er, dass finanzpolitische SolidaritĂ€t nicht als Sanktionsmechanismus gegenĂŒber WĂ€hlerentscheidungen missbraucht werden dĂŒrfe. FĂŒr Leser zeigt sich damit ein doppelter Fokus: auf die StabilitĂ€t demokratischer Mehrheiten in Ostdeutschland und auf die Belastbarkeit des finanziellen Zusammenhalts im Bundesstaat, unabhĂ€ngig von parteipolitischen Verschiebungen.

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