CSU-Parteitag: Söder wirbt fĂŒr Aigner und stĂŒtzt Merz
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 08:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSCSU berĂ€t ĂŒber Personal und Koalition
- Der Parteitag beginnt am Freitag in der MĂŒnchner Messehalle.
- CSU-GeneralsekretĂ€r Martin Huber bekrĂ€ftigt die UnterstĂŒtzung fĂŒr Friedrich Merz und die Bundesregierung.
- Bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im April 2027 dĂŒrfte die Kanzlerfrage ruhen.
CSU berĂ€t in MĂŒnchen ĂŒber Söders politische Baustellen
Die CSU beginnt heute in der MĂŒnchner Messehalle ihren Parteitag und kann dabei auf Umfragewerte von 36 und 37 Prozent verweisen. Dennoch beschĂ€ftigen die Partei die Zukunft von Ilse Aigner, das VerhĂ€ltnis zu Kanzler Friedrich Merz, die bayerische Koalition und die Lage der Berliner Bundesregierung.
Stabile Werte trotz Druck aus Berlin
Die jĂŒngsten Umfragen bringen die CSU nahe an ihr Ergebnis der Landtagswahl 2023. Anders als die Union im Bund kann sich die Partei damit derzeit vom AbwĂ€rtstrend ihrer Schwesterparteien absetzen.
CSU-GeneralsekretĂ€r Martin Huber bezeichnete die Partei als letzte groĂe Volkspartei in Bayern und Deutschland. Zugleich sorgt die hohe Zustimmung zur AfD bundesweit und im Freistaat fĂŒr Unruhe.
Aigner steht im Zentrum der Personaldebatte
Besonders aufmerksam verfolgen die Delegierten die Frage, ob Söder seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Ilse Aigner als mögliche Kandidatin fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin bekrĂ€ftigt. Der CSU-Vorsitzende hatte die bayerische LandtagsprĂ€sidentin bereits vor Monaten als seine Favoritin genannt.
Auf Bundesebene ist die Personalie weiterhin nicht entschieden. Ein klares Signal von Friedrich Merz zugunsten Aigners wĂŒrde auf dem Parteitag vermutlich groĂen Beifall auslösen, gilt aber als unwahrscheinlich.
CSU hÀlt an Merz fest
In der CSU sind die Beliebtheitswerte des Kanzlers gering. Viele AnhĂ€nger sehen Söder als bessere Alternative, wĂ€hrend dieser sich öffentlich loyal und zurĂŒckhaltend zeigt.
Huber sagte im Deutschlandfunk: âWir stehen zu Friedrich Merz, wir stehen zu dieser Bundesregierung.â Bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im April 2027 dĂŒrfte die Kanzlerfrage nach EinschĂ€tzung in der CSU ruhen.
Bayern und Haushalt setzen Grenzen
Nach den Kommunalwahlen hat sich die Lage in Bayern wieder beruhigt. Die CSU regiert mit den Freien WĂ€hlern, hat eine Fortsetzung des BĂŒndnisses nach der Landtagswahl 2028 aber offengelassen.
Ein BĂŒndnis mit den GrĂŒnen schlieĂt Söder wiederholt aus. Gleichzeitig erschweren hohe AfD-Werte und der Aufwind der GrĂŒnen die Suche nach einer sicheren Mehrheit. Auch die anstehenden Haushaltsberatungen dĂŒrften angesichts der engen Finanzlage schwierig werden.
Berliner Reformen als Risiko
In der CSU wĂ€chst die Sorge, dass die schwarz-rote Koalition im Bund ihre Reformversprechen nicht schnell genug umsetzt. Bleiben positive Effekte fĂŒr Wirtschaft und Konjunktur aus, könnte die CSU trotz ihrer derzeit stabilen bayerischen Werte in den AbwĂ€rtstrend der Union hineingezogen werden.
Der CSU-Parteitag fÀllt in eine Phase, in der die bayerische Partei ihre vergleichsweise stabile Lage gegen den Druck aus Berlin abschirmen muss. Umfragewerte von 36 und 37 Prozent liegen nahe am Ergebnis der Landtagswahl 2023 und verschaffen Markus Söder zunÀchst politischen Spielraum. Zugleich bleibt die AfD in Bayern stark, wÀhrend die Union im Bund mit sinkenden Zustimmungswerten zu kÀmpfen hat.
Personalfrage mit bundespolitischer Bedeutung
Besondere Aufmerksamkeit gilt Ilse Aigner. Söder unterstĂŒtzt sie als mögliche Kandidatin fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin; auch Friedrich Merz kann sich ihre Kandidatur laut aktueller Berichterstattung vorstellen. Eine Entscheidung wĂŒrde nicht nur die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier betreffen, sondern auch Söders politische Optionen verĂ€ndern: Mit Aigner in Berlin wĂŒrde eine wichtige CSU-Persönlichkeit den Freistaat verlassen.
FĂŒr die CSU ist damit eine strategische Spannung verbunden. Sie muss Merz und die schwarz-rote Bundesregierung unterstĂŒtzen, ohne die eigenen bayerischen Interessen und Söders Profil preiszugeben. Beim Parteitag dĂŒrften deshalb neben der PrĂ€sidentenfrage auch die Umsetzung von Reformversprechen, die Haushaltslage und die Vorbereitung auf die Landtagswahl 2028 eine Rolle spielen. FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sind vor allem mögliche Folgen fĂŒr den bayerischen Haushalt und die StabilitĂ€t der Berliner Koalition relevant.
Parteitag als Stimmungstest
Der Auftritt von Merz kann zeigen, wie eng die Schwesterparteien trotz unterschiedlicher Umfragewerte zusammenstehen. Gleichzeitig bleibt offen, ob die CSU ihre Koalition mit den Freien WĂ€hlern nach 2028 fortsetzen kann. Söders wiederholte Absage an ein BĂŒndnis mit den GrĂŒnen begrenzt dabei die rechnerischen und politischen Optionen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDF: âCSU-Parteitag: Was von Söder und Merz zu erwarten istâ (23.10.2026)
Der Beitrag hebt Aigner als zentrale Personalie des Parteitags hervor und beschreibt Söders UnterstĂŒtzung fĂŒr ihre mögliche Kandidatur. Einen anderen Schwerpunkt als die dpa-Meldung setzt er auf das taktische VerhĂ€ltnis zwischen Söder und Merz sowie auf die Frage, welches Signal der Kanzler in MĂŒnchen geben könnte.
Stern: âCSU-Parteitag mit Rede Söders - Besonderes Augenmerk auf Aignerâ (23.10.2026)
Der Artikel konzentriert sich auf den zweitĂ€gigen Parteitag, Söders erwartete Rede und Aigners mögliche Kandidatur fĂŒr die BundesprĂ€sidentenwahl. Er bestĂ€tigt damit den personalpolitischen Schwerpunkt, lĂ€sst aber offen, wann sich die CDU offiziell auf Aigner festlegen könnte.
Beide BeitrĂ€ge sehen Aigner als wichtigste Personalie neben Söders Auftritt. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung: Das ZDF betont das Macht- und KoalitionsverhĂ€ltnis zwischen Söder und Merz, wĂ€hrend der Stern den Ablauf des Parteitags und die mögliche UnterstĂŒtzung Aigners hervorhebt.
