BundesprÀsidentenwahl: CSU drÀngt Merz zu Aigner-Entscheidung
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 00:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Bundesversammlung entscheidet im Januar
- CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek fordert in MĂŒnchen eine schnelle Entscheidung fĂŒr Ilse Aigner.
- EVP-Chef Manfred Weber erwartet von Friedrich Merz bei dessen Parteitagsrede ein klares Signal.
- Die Bundesversammlung mit 1260 Mitgliedern soll am 30. Januar Steinmeiers Nachfolge wÀhlen.
CSU fordert Merz zu Entscheidung fĂŒr Aigner auf
FĂŒhrende CSU-Politiker drĂ€ngen Kanzler Friedrich Merz auf eine schnelle Entscheidung zugunsten von Ilse Aigner als möglicher Nachfolgerin von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier. Am Rande des CSU-Parteitags in MĂŒnchen forderten EVP-Chef Manfred Weber und CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek, die bayerische LandtagsprĂ€sidentin als Kandidatin von CDU/CSU und SPD zu nominieren.
Holetschek verlangt rasche Festlegung
âDas Zeitfenster ist gekommen, um eine Entscheidung herbeizufĂŒhrenâ, sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur. Aigner genieĂe in Bayern und darĂŒber hinaus sowie bei anderen Parteien hohe Zustimmung, sagte er und bezeichnete sie unter dem Gesichtspunkt âNĂ€her am Menschenâ als herausragende Kandidatin.
Weber erwartet Signal von Merz
Auch Weber nannte Aigner die beste Kandidatin, die man sich derzeit wĂŒnschen könne. Er appellierte an die Bundespolitiker, keine Zeit zu verlieren, und verband eine zĂŒgige Entscheidung mit einem Zeichen fĂŒr die HandlungsfĂ€higkeit in Berlin.
Mit Blick auf Merzâ Rede auf dem Parteitag am Samstag sagte Weber, der Kanzler werde das klare Signal mitnehmen mĂŒssen, dass die CSU hinter Aigner stehe. Er warnte zugleich vor einer weiteren HĂ€ngepartie und vor einer Abkehr von der Ăberlegung, erstmals eine Frau fĂŒr das Amt des Staatsoberhaupts zu nominieren.
Wahl der Nachfolge im Januar
Die Nachfolgerin oder der Nachfolger Steinmeiers soll am 30. Januar von der Bundesversammlung gewÀhlt werden. Ihr gehören die 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso viele Wahlfrauen und -mÀnner aus den LÀndern an.
Die Forderung aus der CSU kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier politisch vorbereitet wird. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar ĂŒber das Staatsoberhaupt entscheiden; neben den 630 Bundestagsabgeordneten gehören ihr ebenso viele Vertreterinnen und Vertreter der LĂ€nder an.
Ilse Aigner verbindet mehrere politische Ebenen: Als PrĂ€sidentin des Bayerischen Landtags bekleidet sie ein herausgehobenes Landesamt, zugleich verfĂŒgt sie ĂŒber langjĂ€hrige Erfahrung in der Bundespolitik. FĂŒr die CSU wĂ€re ihre Nominierung zudem ein Signal, erstmals eine Frau fĂŒr das höchste Staatsamt vorzuschlagen. Manfred Weber und Klaus Holetschek stellen deshalb nicht nur die Person Aigner heraus, sondern drĂ€ngen auch auf ein abgestimmtes Vorgehen von CDU, CSU und SPD.
Entscheidung bei der Union
Die entscheidende politische HĂŒrde liegt nun bei der Union und ihrem Kanzler Friedrich Merz. Eine schnelle Einigung könnte der Koalition Planungssicherheit fĂŒr die Bundesversammlung geben; eine lĂ€ngere offene Kandidatensuche wĂŒrde dagegen den innerparteilichen Abstimmungsbedarf sichtbar machen. Die Merz-Rede auf dem CSU-Parteitag in MĂŒnchen erhĂ€lt dadurch zusĂ€tzliche Bedeutung, weil Delegierte ein Signal zur Kandidatenfrage erwarten.
FĂŒr die Wahl selbst zĂ€hlt am Ende die Mehrheit in der Bundesversammlung. Bis dahin mĂŒssen CDU, CSU und SPD einen gemeinsamen Vorschlag finden oder sich auf ein Verfahren verstĂ€ndigen, das mehrere Kandidaturen ermöglicht. Die CSU versucht mit ihrem VorstoĂ, Aigner frĂŒhzeitig als gemeinsame Kandidatin zu verankern.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag ordne Aigners mögliche politische Zukunft als eine der zentralen Fragen des CSU-Parteitags ein. Er hebe hervor, dass Markus Söder sie zuvor als Favoritin bezeichnet habe, wÀhrend eine Entscheidung auf Bundesebene noch ausstehe.
Der Artikel richte den Blick auf den Parteitagsablauf und erwarte ein Signal Söders zugunsten Aigners. Anders als die dpa-Meldung ĂŒber die Forderungen von Weber und Holetschek liege der Schwerpunkt dort auf Söders Rolle und der bevorstehenden Merz-Rede.
Beide BeitrÀge ordneten Aigner als zentrale Personalie des CSU-Parteitags ein. Offen bleibe die gemeinsame Entscheidung von CDU, CSU und SPD sowie der Zeitpunkt einer verbindlichen Festlegung.
