Cum-Ex-RĂŒckforderungen steigen auf 3,57 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBei den Cum-Ex-VerdachtsfĂ€llen wurden demnach bislang 208 VorgĂ€nge rechtskrĂ€ftig abgeschlossen und Kapitalertragsteuer inklusive SolidaritĂ€tszuschlag in Höhe von rund 3,57 Milliarden Euro zurĂŒckgefordert - beziehungsweise es wurden entsprechende ErstattungsantrĂ€ge abgelehnt. Bei der letzten Auswertung zum 31. Dezember 2024 wurden 188 FĂ€lle mit einem Volumen an Kapitalertragsteuer in Höhe von zirka 3,1 Milliarden Euro als rechtskrĂ€ftig abgeschlossen gemeldet.
Im Bereich Cum-Cum wurden in 96 FĂ€llen Steuerverfahren rechtskrĂ€ftig abgeschlossen. Der Staat forderte bei der Kapitalertragsteuer 840 Millionen Euro zurĂŒck oder verweigerte die Anrechnung auf die Steuerschuld. Ende Dezember 2024 waren es noch 81 FĂ€lle und ein Volumen von knapp 227 Millionen Euro.
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Isabelle Vandre sagte, binnen eines Jahres hĂ€tten sich die rechtskrĂ€ftigen RĂŒckforderungen aus Cum-Cum-GeschĂ€ften fast vervierfacht. Das zeige: Wo konsequent geprĂŒft werde, werde auch Geld zurĂŒckgeholt oder gar nicht erst ausgezahlt. Gemessen am geschĂ€tzten Schaden von 28 Milliarden Euro sei das aber nur ein Bruchteil, kritisierte Vandre, die auch Fraktionssprecherin fĂŒr die BekĂ€mpfung von FinanzkriminalitĂ€t ist.
Cum-Ex-Deals, die ihre Hochphase zwischen 2006 und 2011 hatten, gelten als gröĂter Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik. Dabei inszenierten Banken und andere Investoren ein Verwirrspiel mit Aktien und bekamen von FinanzĂ€mtern Steuern erstattet, die sie gar nicht gezahlt hatten. Bei Cum-Cum wiederum generierten Banken illegale Steuervorteile fĂŒr auslĂ€ndische Inhaber deutscher Aktien. Akteure schoben dafĂŒr im In- und Ausland Aktien deutscher Unternehmen rund um den Dividendenstichtag hin und her.
