Buyx will Leitlinien fĂŒr Priorisierungen im Gesundheitswesen
30.03.2024 - 10:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de"Im Prinzip gab es fĂŒr jeden mehr oder weniger alles", sagte sie. Angesichts von Hightech-Medizin, FachkrĂ€ftemangel und einer alternden Gesellschaft gerate die Versorgung aber zunehmend unter Druck. "Es kann auch auf uns zukommen, dass wir uns eben nicht mehr alles werden leisten können", warnte die Professorin fĂŒr Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der TU MĂŒnchen. Deshalb brauche es explizite und transparente Kriterien fĂŒr die Zuteilung von Leistungen, etwa "kostensensible Leitlinien" wie in anderen LĂ€ndern. Man mĂŒsse grundsĂ€tzlich diskutieren: "Wer soll wie viel von welchem Fortschritt haben? Wie wichtig soll uns Grundversorgung sein? Wie wichtig ist PrĂ€vention?" Bisher gilt Buyx zufolge bei RessourcenengpĂ€ssen in der Praxis: "Da wurschtelt man sich irgendwie durch." Im Zweifelsfall wĂ€ge der Arzt am Krankenbett zwischen Patientenwohl und Kassenlage ab. Am solidarischen Fundament der Gesundheitsversorgung will die Medizinethikerin unterdessen auf keinen Fall rĂŒtteln. "Ein solidarisches Gesundheitssystem ist volkswirtschaftlich eine gute Sache, es ist sozial eine gute Sache, es ist in jeder Hinsicht eine gute Sache", sagte sie. Wenn man den harten Fragen einer medizinethischen Verteilungsdiskussion nicht ausweiche, könne eine Priorisierung das Versorgungsniveau womöglich sogar verbessern. Alena Buyx gehört dem Deutschen Ethikrat seit 2016 an. Nach dem Ende ihrer zweiten Amtszeit als Vorsitzende scheidet sie Ende April turnusgemÀà aus.
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