RKI-Protokolle, Corona-Krisenberatungen

RKI-Protokolle zu Corona-Krisenberatungen veröffentlicht

25.03.2024 - 14:28:59

Das Bundesgesundheitsministerium ist Vermutungen ĂŒber eine externe Einflussnahme auf eine höhere Risikobewertung des Robert Koch-Institut (RKI) zur Corona-Lage im MĂ€rz 2020 entgegengetreten.

"Das RKI ist in seinen fachlichen Bewertungen von Krankheiten absolut unabhÀngig", sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin zu einem Bericht des Online-Magazins "Multipolar", das teils geschwÀrzte Protokolle des RKI-Krisenstabs aus der Zeit von Januar 2020 bis April 2021 veröffentlicht hat.

In einem Protokoll vom 16. MĂ€rz 2020 heißt es demnach: "Es soll diese Woche hochskaliert werden. Die Risikobewertung wird veröffentlicht, sobald (Passage geschwĂ€rzt) ein Signal dafĂŒr gibt." Die Ministeriumssprecherin machte deutlich, hinter der SchwĂ€rzung stehe "ein interner Mitarbeiter des RKI". Das Institut habe am Tag darauf die neue Risikobewertung in einer Pressekonferenz auch öffentlich gemacht.

Das RKI habe eine fachliche Bewertung der Lage vorgenommen, die im damaligen Zusammenhang zu sehen sei, erlĂ€uterte das Ministerium. So habe die Weltgesundheitsorganisation WHO fĂŒnf Tage zuvor, am 11. MĂ€rz 2020, die Pandemie ausgerufen. Im italienischen Bergamo seien im Februar/MĂ€rz 4500 Menschen an Covid-19 gestorben, mehrere LĂ€nder hĂ€tten auch kurz zuvor Einreiseverbote verhĂ€ngt.

SchwĂ€rzungen von Namen seien in solchen ZusammenhĂ€ngen ĂŒblich, da man auch Mitarbeiter schĂŒtzen mĂŒsse, sagte die Ministeriumssprecherin. "Multipolar" setzte die Herausgabe der veröffentlichten Protokolle nach eigenen Angaben mit juristischen Schritten infolge eines Antrags nach dem Informationsfreiheitsgesetz durch. Das Portal, das sich selbst auf die Fahne geschrieben hat, unterschiedliche Perspektiven zu gesellschaftlichen und politischen Fragen darzustellen, wird von Kritikern in die NĂ€he verschwörungserzĂ€hlerischer Publikationen gerĂŒckt.

@ dpa.de