BKA warnt vor wachsender Gewalt tĂŒrkeistĂ€mmiger Banden
26.06.2026 - 06:44:16 | dts-nachrichtenagentur.deSeit Mitte des vergangenen Jahres sei in Deutschland verstĂ€rkt eine neue Form der Organisierten KriminalitĂ€t mit BezĂŒgen zu tĂŒrkeistĂ€mmigen Gruppierungen zu beobachten, teilte der Sprecher mit. Die Kriminalermittler stellen eine bundesweite Zunahme von Gewaltdelikten mittels Verwendung von Schusswaffen fest. Oftmals geht es demnach um Erpressungen oder Bedrohungen von tĂŒrkischen mittelstĂ€ndischen Unternehmen, insbesondere in StĂ€dten mit einem hohen tĂŒrkischen Bevölkerungsanteil.
Mitglieder dieser neuen kriminellen Gruppierungen stammen laut BKA ursprĂŒnglich aus der TĂŒrkei und werden aufgrund ihrer Altersstruktur durch tĂŒrkische Medien auch als die "Mafia der neuen Generation" und sogenannte "GenZ-Mafia" bezeichnet. Der Sprecher des Bundeskriminalamts sagte: "Im Vergleich zu klassischen Mafia-Gruppierungen, die oftmals hierarchisch strukturiert sind, vorrangig im Verborgenen agieren und öffentlichkeitswirksame Auftritte eher vermeiden, handelt es sich bei der sogenannten GenZ-Mafia oftmals um eher lose Netzwerke, die unter Nutzung von Social Media in Verbindung bleiben."
Dabei greifen die organisierten Kriminellen laut BKA auch auf Schusswaffen aus der TĂŒrkei zurĂŒck. Der illegale Handel, die Verbreitung und letztlich die VerfĂŒgbarkeit illegaler Schusswaffen erhöhten in diesem Kontext zusĂ€tzlich die Gefahr fĂŒr die öffentliche Sicherheit, so der Sprecher. Unter anderem wĂŒrden in der TĂŒrkei produzierte Schreckschusswaffen wiederholt als voll-funktionsfĂ€hige, letale, illegal umgebaute Schusswaffen in Deutschland sichergestellt. Der BKA-Sprecher hob hervor: "Daneben gewinnt aktuell das PhĂ€nomen illegal gefertigter FĂ€lschungen von Schusswaffen an Bedeutung." Derartige FĂ€lschungen von Schusswaffen seien bekannten Originalmodellen tĂ€uschend echt nachgebaut, jedoch auĂerhalb legaler Produktions- und Vertriebsstrukturen hergestellt.
Nach einer deutlichen Zunahme von SchusswaffenkriminalitĂ€t waren Polizei und Justiz vor allem in Berlin zuletzt verstĂ€rkt gegen organisierte KriminalitĂ€t vorgegangen. Bei der Polizei wurde die Sondereinheit "Ferrum" gegrĂŒndet, die Staatsanwaltschaft zog mit der Ermittlungsgruppe "Telum" nach. Im Fokus von Razzien und Durchsuchungen standen nach Angaben der Ermittler Banden, deren AnfĂŒhrer von der TĂŒrkei aus agieren und die in Berlin und anderen StĂ€dten tĂŒrkisch- und kurdischstĂ€mmige Ladeninhaber bedrohen, um hohe Geldsummen zu erpressen.
