Merz kritisiert bei BKA-Festakt frĂŒhere Migrationspolitik
12.03.2026 - 17:47:36 | dpa.deDen Ausbau des Bundeskriminalamts (BKA) in den vergangenen Jahren sieht Kanzler Friedrich Merz auch als eine Folge der frĂŒheren Migrationspolitik. Dieser immense fiskalische und personelle Kraftakt sei nicht nur eine Reaktion auf Ă€uĂere Bedrohungen gewesen, sagte Merz beim Festakt zum 75-jĂ€hrigen Bestehen des BKA am Hauptsitz in Wiesbaden. «Er ist auch eine Reaktion auf und der Versuch einer Reparatur politischer Entscheidungen im Innern, namentlich, dass wir viel zu lange ungesteuerte irregulĂ€re Migration zugelassen haben.»
Inzwischen gebe es rund 8.000 Planstellen, der Haushalt der Sicherheitsbehörde umfasse fast 1,3 Milliarden Euro. Zum 60. Geburtstag habe das BKA rund 5.500 Planstellen gehabt.Â
75 Jahre BKA bezeichnete der Kanzler und CDU-Chef als Erfolgsgeschichte. Die Bundesbehörde sei ein tragender Pfeiler der Sicherheit der Bundesrepublik, sagte Merz bei der Festveranstaltung in Wiesbadens historischem Kurhaus.Â
Merz bekrĂ€ftigte, wie wichtig fĂŒr die Ermittler KI-gestĂŒtzte Datenanalysen und der Abgleich biometrischer Daten - etwa Fotos - mit öffentlich zugĂ€nglichen Daten aus dem Internet seien. Die schwarz-rote Koalition will BKA und Bundespolizei entsprechende neue Befugnisse im digitalen Raum geben. Dazu liegen bereits insgesamt drei EntwĂŒrfe des Bundesinnenministeriums und des Justizressorts vor.Â
Der Kanzler sagte, es gebe keine Erkenntnisse, dass die Menschen in Deutschland wegen des MilitĂ€rschlags gegen den Iran von einer erhöhten GefĂ€hrdung ausgehen mĂŒssten. «Wir fahren trotzdem die Sicherheitskonzepte hoch, ĂŒberprĂŒfen SchutzmaĂnahmen, erhöhen die PrĂ€senz», ergĂ€nzte Merz. Dies gelte insbesondere fĂŒr israelische, jĂŒdische und amerikanische Einrichtungen: «Deren Schutz ist uns in besonderer Weise anempfohlen.»
Dobrindt: Auch bei Cyberattacken wehrhaft
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Dienstherr des BKA, dankte in Wiesbaden «jedem einzelnen» Mitarbeiter der Sicherheitsbehörde. Er betonte, auch gegen Cyberattacken werde eine aktive Abwehr geschaffen, selbst wenn sie von auĂerhalb Europas kĂ€men. Deutschland sei wehrhaft und könne zurĂŒckschlagen. Cyber-Angreifer könnten attackiert und geschĂ€digt werden. Deutschland sei nicht im Krieg, aber tĂ€gliches Ziel einer hybriden KriegfĂŒhrung, ergĂ€nzte Dobrindt.Â
Der Minister hatte bereits im Januar angekĂŒndigt, dass die Bundesregierung auf Cyberangriffe kĂŒnftig offensiver reagieren und zurĂŒckschlagen will. Verantwortlich fĂŒr solche GegenschlĂ€ge sollen nach den damaligen Angaben Geheimdienste und das BKA gemeinsam sein.Â
Das BKA mit weiteren Sitzen in Berlin und in Meckenheim bei Bonn unterstĂŒtzt die Polizei der LĂ€nder. In bestimmten FĂ€llen internationaler oder schwerer KriminalitĂ€t ermittelt es selbst. Zur ZustĂ€ndigkeit des Bundeskriminalamts gehören etwa internationaler Handel mit Waffen, Drogen und Falschgeld, Terrorismus sowie schwere FĂ€lle von Computersabotage.Â
Grundlage fĂŒr die GrĂŒndung war das BKA-Gesetz, das der damalige BundesprĂ€sident Theodor Heuss am 8. MĂ€rz 1951 unterschrieb.
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