BKA soll bei Terrorermittlungen Wohnungen durchsuchen dĂŒrfen
14.08.2024 - 14:04:00 | dpa.deBundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will dem Bundeskriminalamt (BKA) in bestimmten FĂ€llen die verdeckte Durchsuchung von Wohnungen ermöglichen. Das geht aus einem Entwurf ihres Hauses hervor, ĂŒber den noch innerhalb der Bundesregierung beraten wird. Die MaĂnahme soll demnach nur dann erlaubt sein, wenn «eine konkretisierte Gefahrenlage hinsichtlich der Vorbereitung eines terroristischen Anschlags im Raum steht und nur noch Unsicherheit dahingehend besteht, in welchem konkreten Stadium sich die Tatplanung befindet», heiĂt es in dem Entwurf zur BegrĂŒndung.Â
Voraussetzung fĂŒr eine verdeckte Durchsuchung durch das BKA soll auĂerdem sein, dass im konkreten Fall keine andere Möglichkeit besteht, die drohende Gefahr abzuwehren, ohne den Erfolg eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ernsthaft zu gefĂ€hrden. Auch eine richterliche Anordnung soll erforderlich sein. Zuerst hatte das «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND) ĂŒber den Entwurf berichtet.Â
Der Gesetzentwurf zur Ănderung des Bundeskriminalamts- und des Bundespolizeigesetzes umfasst auch die Befugnis zum biometrischen Internetabgleich von Bilddaten und die Erlaubnis zur Auswertung von bereits erhobenen Daten und das Erkennen vorhandener VerknĂŒpfungen auch durch KI-basierte Instrumente. Nicht vom Entwurf umfasst sei «eine EchtzeitĂŒberwachung und Echtzeitgesichtserkennung im öffentlichen Raum», sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Aus Sicherheitskreisen hieĂ es, die Polizeibehörden benötigten sowohl in der digitalen als auch in der analogen Welt «wirksame und moderne Instrumente».Â
Aufspielen von SpÀhsoftware
Ein Zweck der verdeckten Durchsuchung von Wohnungen könne auch sein, potenzielle Tatmittel ohne Wissen des Betroffenen unbrauchbar zu machen, erklĂ€rt das Innenministerium in seinem Entwurf. Beispielsweise könne dabei Munition ausgewechselt oder ein Grundstoff fĂŒr die Sprengstoffherstellung ausgetauscht werden, um einen Anschlag zu verhindern.
Weiter heiĂt es in dem Entwurf, der physische Zugriff auf IT-GerĂ€te sei die «technisch sicherste und schnellste Möglichkeit zur Implementierung der fĂŒr den Zugriff auf informationstechnische Systeme notwendigen Software». Auch diese MaĂnahme solle «ausschlieĂlich zum Zweck der Gefahren des internationalen Terrorismus» erlaubt sein.Â
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