WM, USA

«Endlich erlöst»: Spanien nach Sieg ĂŒber Messi Weltmeister

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 00:18 Uhr | dpa.de

Das Endspiel ist lange eine zĂ€he Angelegenheit. Doch Europameister Spanien dominiert - und schlĂ€gt in der VerlĂ€ngerung gegen zehn Argentinier zu. FĂŒr Superstar Messi bleibt die erneute Krönung aus.

  • Torres' Tor entschied das Finale. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa
    Torres' Tor entschied das Finale. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa
  • Argentinien kam ĂŒber robuste ZweikĂ€mpfe ins Spiel. - Bild: Tom Weller/dpa
    Argentinien kam ĂŒber robuste ZweikĂ€mpfe ins Spiel. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Messi blieb in seinem dritten WM-Finale zunĂ€chst unauffĂ€llig. - Bild: Tom Weller/dpa
    Messi blieb in seinem dritten WM-Finale zunÀchst unauffÀllig. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Europameister Spanien hatte wie gewohnt viel Ballbesitz. - Bild: Tom Weller/dpa
    Europameister Spanien hatte wie gewohnt viel Ballbesitz. - Bild: Tom Weller/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump sah beim Finale in East Rutherford zu. - Bild: Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump sah beim Finale in East Rutherford zu. - Bild: Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa
  • Messi nach dem Gegentreffer in der VerlĂ€ngerung. - Bild: Tom Weller/dpa
    Messi nach dem Gegentreffer in der VerlÀngerung. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Messi nach dem Gegentreffer in der VerlĂ€ngerung. - Bild: Tom Weller/dpa
    Messi nach dem Gegentreffer in der VerlÀngerung. - Bild: Tom Weller/dpa
Torres' Tor entschied das Finale. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa Argentinien kam ĂŒber robuste ZweikĂ€mpfe ins Spiel. - Bild: Tom Weller/dpa Messi blieb in seinem dritten WM-Finale zunĂ€chst unauffĂ€llig. - Bild: Tom Weller/dpa Europameister Spanien hatte wie gewohnt viel Ballbesitz. - Bild: Tom Weller/dpa US-PrĂ€sident Trump sah beim Finale in East Rutherford zu. - Bild: Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa Messi nach dem Gegentreffer in der VerlĂ€ngerung. - Bild: Tom Weller/dpa Messi nach dem Gegentreffer in der VerlĂ€ngerung. - Bild: Tom Weller/dpa

Lionel Messi stand teilnahmslos auf dem Rasen von East Rutherford, irgendwann setzte sich der Superstar inmitten der spanischen Weltmeister-Party vollkommen konsterniert hin. WĂ€hrend die Spanier um die auf dem Boden rollenden Jungstars Nico Williams und Lamine Yamal ihren verdienten WM-Triumph nach dem 1:0 (0:0, 0:0) nach VerlĂ€ngerung feierten, ist der Traum von der Titelverteidigung fĂŒr Messi und Argentinien geplatzt.

Zum großen Helden im Finale wurde aber nicht Williams oder Yamal, sondern Joker Ferran Torres, der das einseitige Finale zugunsten des Europameisters entschied. «Ich denke, dass wir durch dieses Tor endlich erlöst wurden», sagte Torres. «Gegen Messi bist du immer nervös, aber wir haben immer an uns geglaubt.»

Spaniens Trainer «stolz auf diese Generation»

Aus den Boxen dröhnte in den Minuten nach dem Abpfiff vor 80.663 Zuschauern - darunter auch US-PrÀsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino - der Party-Klassiker Eviva España. «Ich bin stolz, stolz auf diese Mannschaft und auf diese Generation, die sich mit dieser Spielidee durchgesetzt hat», sagte Spaniens Trainer Luis de la Fuente.

Vor dem Triumph unweit von New York, bei dem Spanien ĂŒber die komplette Spieldauer dominierte, hatten die Iberer den wichtigsten Pokal im Weltfußball 2010 in SĂŒdafrika geholt. FĂŒr den bei dieser WM mit acht Toren und vier Assists herausragenden Messi wird es wohl keinen zweiten WM-Pokal nach 2022 geben.

Torres hatte in der 106. Minute das entscheidende Tor fĂŒr die Spanier erzielt. Der 65 Jahre alte de la Fuente gewann als Ă€ltester Trainer der WM-Historie den Titel. Argentiniens Mittelfeldmann Enzo FernĂĄndez musste in der Nachspielzeit der regulĂ€ren Spielzeit wegen eines Foulspiels mit Gelb-Rot vom Rasen. Die erste Verwarnung hatte er vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic wegen Reklamierens gesehen.

Trump, Infantino und etliche Stars schauen zu

Neben US-PrĂ€sident Trump und FIFA-Boss Infantino saßen zahlreiche weitere Promis aus der Sport- und Show-Welt auf der TribĂŒne: Tom Cruise, Rihanna, David Beckham und Jay-Z etwa. Sie sahen eine zĂ€he erste Halbzeit - und dann eine klare Steigerung der Spanier.

Die Argentinier hĂ€tten als drittes Team nach Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962) den WM-Titel erfolgreich verteidigen können. Stattdessen wurde der Champion von 2022 entthront. Messi, der achtmalige Weltfußballer, war im Endspiel kaum zu sehen, in der VerlĂ€ngerung senkte sich eine Flanke auf das Tornetz. Generell enttĂ€uschte Argentiniens Offensive komplett und blieb ĂŒber die ersten 110 Minuten vollkommen wirkungslos.

Argentinien setzt auf Messi - Spanien auf Kontrolle

Messi hatte die Argentinier bei seiner sechsten WM ins Finale getragen. Und das nicht nur mit seinen Toren und Vorlagen. Der Routinier ist fĂŒr die Teamkollegen Idol und Fixpunkt gleichermaßen. Wann immer es eng fĂŒr sie wurde, suchten sie den Ausnahmekönner in der Offensive. So kĂ€mpfte sich die Albiceleste in der K.o.-Phase Runde fĂŒr Runde weiter. Mit spĂ€ten Aufholjagden und zweimal sogar ĂŒber die VerlĂ€ngerung.

Die Spanier erwiesen sich als unĂŒberwindbar. Nur ein Gegentor kassierten die ballsicheren Iberer im gesamten Turnier - beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Wie sie beim souverĂ€nen 2:0 im Halbfinale die Offensiv-Zauberer aus Frankreich abkochten, war beeindruckend. Kein Wunder, dass de la Fuente im Endspiel auf exakt die gleiche Startelf setzte.

Wenig Spektakel im Duell der Trainer-Freunde

Spaniens Lamine Yamal und Argentiniens Messi standen schon vor der Partie im Fokus - nicht zuletzt wegen ihres legendÀren gemeinsamen Badewannen-Fotos vor knapp 19 Jahren. Und sie hatten auch gleich die ersten Szenen im Spiel. 

Ein Abschluss von Yamal landete in den Armen von Argentinien-Keeper Emiliano Martínez (5.). Im Gegenzug tauchte Messi, der als erster Spieler der WM-Historie sein drittes Finale von Beginn an bestritt, frei vor Unai Simón auf. Doch Spaniens Schlussmann eilte rechtzeitig aus seinem Kasten und klÀrte.

Ansonsten? Viele PÀsse beim Europameister und zunÀchst nur wenig Spektakel. Die Spanier streuten auf dem viel kritisierten Finalrasen von East Rutherford ungewohnte Ungenauigkeiten ein, die auf Konter lauernden Argentinier konnten die Angebote aber nicht nutzen. Beiden Teams war der Respekt voreinander anzumerken. 

Womöglich hatten de la Fuente und Scaloni ihre Mannschaften aber auch einfach perfekt auf den jeweiligen Gegner eingestellt. Die beiden Coaches sind befreundet. De la Fuente war einst Scalonis Lehrer, als der in einem Sonderprogramm des spanischen Verbands seinen Trainerschein machte.

Cucurella einmal mehr ein Aktivposten

Die erste Halbzeit neigte sich bereits dem Ende zu, als die Spanier doch noch fĂŒr Torgefahr sorgten. TorjĂ€ger Mikel Oyarzabal prĂŒfte TorhĂŒter MartĂ­nez mit einem Flachschuss aus knapp 20 Metern (39.). Ein Versuch von Marc Cucurella zischte rechts am GehĂ€use der Argentinier vorbei (43.). Spaniens Wuschelkopf war auch diesmal einer der auffĂ€lligsten Spieler auf dem Rasen.

Spanien erhöht den Druck - Fernåndez fliegt

Nach der stimmungsvollen Halbzeit-Show mit den Popstars Madonna, Shakira und Justin Bieber hofften die Fans im gigantischen Football-Stadion vor den Toren New Yorks auch auf mehr sportliche Unterhaltung. Spaniens Álex Baena versuchte sich direkt, sein Schuss war aber zu ungenau (46.).

Nach und nach entwickelten die Iberer mit ihrem Kombinationsspiel nun aber mehr Zug zum Tor. De la Fuente versuchte, die Offensive unter anderem durch die Hereinnahmen von Pedri und Torres vom FC Barcelona weiter anzukurbeln. Dazu zeigte der ansonsten herausragende MartĂ­nez im Tor der Argentinier Unsicherheiten - vor allem bei einem Schuss des frĂŒheren Leipzigers Dani Olmo (64.).

Torres trifft in der VerlÀngerung

Die Spanier erhöhten zunehmend den Druck, MartĂ­nez musste mehrfach eingreifen - auch gegen Yamal (90.+8). Von Argentinien kam offensiv weiter gar nichts. Als FernĂĄndez nach einem Foul vom Feld musste, ging es fĂŒr den Titelverteidiger nur noch darum, sich ins Elfmeterschießen zu retten. Ein Tor des eingewechselten Spaniers Nico Williams zĂ€hlte nicht, nachdem Nicolas Otamendi im Zweikampf mit Mikel Merino zuvor zu Boden gegangen war (96.).

Dann erlöste Torres die Spanier direkt zum Start der zweiten Halbzeit in der VerlÀngerung. Per Direktabnahme verwandelte der Joker mit links und machte damit Spaniens zweiten WM-Triumph perfekt - 2010 hatte Andrés Iniesta gegen die Niederlande ebenfalls das 1:0-Siegtor in der VerlÀngerung geschossen. Danach traute sich Argentinien mehr, doch zum Ausgleich reichte es nicht.

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