MilitÀr, Geheimdienste

Experten fordern mehr Kontrolle des MilitÀrischen Nachrichtenwesens

15.10.2023 - 15:24:17

Das MilitÀrische Nachrichtenwesen der Bundeswehr operiert nach Ansicht von Experten ohne "ausreichende gesetzliche Grundlage".

Die geschĂ€tzt rund 7.000 BeschĂ€ftigten des Bereichs unterlĂ€gen keiner wirksamen Kontrolle, heißt es in einer neuen Analyse der Berliner Denkfabrik Stiftung Neue Verantwortung, ĂŒber die der "Spiegel" berichtet. "Die diversen Bundeswehreinheiten, die militĂ€rische AufklĂ€rung betreiben, verfĂŒgen ĂŒber mehr Personal als der Bundesnachrichtendienst", so der Co-Autor der Analyse, Thorsten Wetzling.

Anders als der BND, das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz und der MilitĂ€rische Abschirmdienst ist das MilitĂ€rische Nachrichtenwesen (MilNW) nicht dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags gegenĂŒber rechenschaftspflichtig. Des Weiteren sind seine Befugnisse nicht per Gesetz geregelt. Die Bundeswehreinheiten arbeiten wie klassische Nachrichtendienste: Sie betreiben FernmeldeaufklĂ€rung, arbeiten mit menschlichen Quellen und werten öffentlich verfĂŒgbare Informationen aus. Im Januar wurde bekannt, dass im Rahmen eines Projekts zur Erkennung feindlicher Propaganda auch Aktivisten des "Zentrums fĂŒr politische Schönheit" ins Visier des MilNW geraten waren. Dieser Fall von Überwachung im Inland zeige, "dass bislang sowohl klare Regeln als auch die notwendige Kontrolle in dem Bereich fehlen", sagte Wetzling, "Das muss die Ampel dringend nachholen." Die Bundesregierung bestritt im MĂ€rz Überwachungsmaßnahmen gegen die Aktivisten.

@ dts-nachrichtenagentur.de