Befragung, Rassismus-Erfahrungen

Befragung: Rassismus-Erfahrungen weit verbreitet

20.03.2025 - 03:00:39

Dass Menschen in Deutschland aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, kommt relativ hÀufig vor. So berichten es Betroffene in einer reprÀsentativen Befragung.

  • Vereine und VerbĂ€nde, die sich fĂŒr die Interessen von Menschen einsetzen, die von Rassismus betroffen sind, beklagen, dass ihre Perspektive da, wo Entscheidungen getroffen werden, hĂ€ufig fehle. (Archivfoto) - Foto: Bernd WĂŒstneck/dpa

    Bernd WĂŒstneck/dpa

  • Muslimische Menschen fĂŒhlen sich in Deutschland hĂ€ufig aufgrund ihrer Religion diskriminiert. (Archivbild) - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Christoph Reichwein/dpa

Vereine und VerbĂ€nde, die sich fĂŒr die Interessen von Menschen einsetzen, die von Rassismus betroffen sind, beklagen, dass ihre Perspektive da, wo Entscheidungen getroffen werden, hĂ€ufig fehle. (Archivfoto) - Foto: Bernd WĂŒstneck/dpaMuslimische Menschen fĂŒhlen sich in Deutschland hĂ€ufig aufgrund ihrer Religion diskriminiert. (Archivbild) - Foto: Christoph Reichwein/dpa

Gut die HĂ€lfte aller Menschen in Deutschland, die sich ethnischen oder religiösen Minderheiten zugehörig fĂŒhlen, erlebt regelmĂ€ĂŸig rassistische Diskriminierung. Wie die Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Befragung fĂŒr die aktuelle Ausgabe des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors zeigen, ist dies bei 54 Prozent der Menschen, die im Fachjargon als «rassistisch markiert» bezeichnet werden, der Fall.

Laut Studie berichteten 62 Prozent der schwarzen MĂ€nner und 63 Prozent der schwarzen Frauen, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal pro Monat Alltagsdiskriminierung erfahren zu haben. In mehr als vier von fĂŒnf FĂ€llen war ihrer EinschĂ€tzung zufolge die Hautfarbe der Grund fĂŒr die Diskriminierung. 

Über 60 Prozent der Musliminnen erleben Diskriminierung

Ähnlich hoch war bei der Befragung zwischen August 2024 und Januar 2025 der Anteil muslimischer Frauen (61 Prozent), die sich mindestens einmal pro Monat diskriminiert fĂŒhlten. Zum Vergleich: 32 Prozent der Menschen, die nach eigener EinschĂ€tzung von ihrem GegenĂŒber nicht als Angehörige ethnischer Minderheiten wahrgenommen werden, erlebten binnen eines Jahres mindestens einmal pro Monat Diskriminierung – etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters oder anderer Merkmale beziehungsweise Zuschreibungen.

Laut Untersuchung sind 23 Prozent der deutschen Bevölkerung der Ansicht, ethnische und religiöse Minderheiten stellten zu viele Forderungen nach Gleichberechtigung. 22 Prozent der rund 9.500 Befragten im Alter zwischen 18 und 73 Jahren vertraten zudem die Meinung, diese Minderheiten hÀtten in den vergangenen Jahren wirtschaftlich mehr profitiert als ihnen zustehe.

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor wird vom Deutschen Zentrum fĂŒr Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) erstellt und durch das Bundesprogramm «Demokratie leben!» des Bundesministeriums fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Migrations-Wahlkampf hat Spuren hinterlassen

Aus Sicht der TĂŒrkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) ist der gesellschaftliche Zusammenhalt im zurĂŒckliegenden Bundestagswahlkampf stark beschĂ€digt worden. Der Bundesvorsitzende des Dachverbands, Gökay Sofuoglu, hatte diese Woche erklĂ€rt: «FĂŒr Menschen mit Migrationsgeschichte ist der dauerhaft negative Diskurs ĂŒber Migration und Vielfalt, angetrieben von rechtsextremen KrĂ€ften, der grĂ¶ĂŸte Stresstest der jĂŒngeren Geschichte.»

@ dpa.de