Dax steigt mit 26.644 Punkten auf neues Rekordhoch
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMarktreaktionen und Quartalszahlen
- Der Dax erreichte 26.644,33 Punkte und ĂŒbertraf damit den August-Höchststand von 26.628,74 Punkten.
- Der Dow Jones Industrial legte nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen deutlich zu.
- Rheinmetall verlor fast 17 Prozent und lag damit am Dax-Ende.
Dax ĂŒbertrifft August-Rekord
Der Dax hat ein Rekordhoch erreicht und stieg auf 26.644,33 Punkte. Damit ĂŒbertraf der deutsche Leitindex seinen bisherigen Höchststand von 26.628,74 Punkten aus dem August.
US-Wahlausgang gibt den MĂ€rkten RĂŒckenwind
Schwung brachten zuletzt die US-Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten ĂŒberraschend deutlich gewannen. Ihr klarer Sieg im ReprĂ€sentantenhaus und im Senat nĂ€hrte die Hoffnung auf einen auĂenpolitisch milderen Kurs der USA und schob auch den Dow Jones Industrial nach oben.
Die Demokraten können die Politik des republikanischen PrĂ€sidenten Donald Trump zwar nicht ohne Weiteres umkehren, sie aber zumindest empfindlich stören. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank erklĂ€rte, die Börse liebe Berechenbarkeit; das schnelle und eindeutige Ergebnis sowie die geteilte politische Macht verringerten das Risiko politischer Ăberraschungen.
Ălpreise und Unternehmenszahlen stĂŒtzen den Index
ZusĂ€tzlich unterstĂŒtzten positive Unternehmensberichte und sinkende Ălpreise den Dax. Aus dem Leitindex berichteten neben Rheinmetall auch die Deutsche Telekom, DHL Group, Siemens Healthineers und die Commerzbank ĂŒber das abgelaufene Quartal; am Nachmittag sollte Hochtief folgen.
Rheinmetall rutscht ans Dax-Ende
FĂŒr Rheinmetall entwickelte sich der Handelstag dagegen besonders schlecht. Nachdem der RĂŒstungskonzern am Vorabend nach Börsenschluss erneut seine Prognose gesenkt hatte, brachen die Aktien um fast 17 Prozent ein und lagen damit deutlich abgeschlagen am Ende des Dax.
Rekord trotz schwacher deutscher Wirtschaft
Der Anstieg des Leitindex steht im Kontrast zu schlechten Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft. Besonders in der Industrie streichen Unternehmen Tausende ArbeitsplÀtze, weil Handelskonflikte und wachsende Konkurrenz AbsatzmÀrkte schwÀchen.
Anleger richten ihren Blick hĂ€ufig weniger auf die aktuelle Lage als auf die erwarteten kĂŒnftigen Gewinne der 40 Dax-Konzerne. Der Rekordstand spiegelt damit vor allem die Erwartungen an die weitere Gewinnentwicklung wider.
Der neue Höchststand des Dax steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Reaktion der FinanzmĂ€rkte auf die US-Zwischenwahlen. Der klare Wahlausgang zugunsten der Demokraten wird von Anlegern als Signal gewertet, dass die politische Macht des republikanischen PrĂ€sidenten Donald Trump kĂŒnftig stĂ€rker begrenzt sein könnte. FĂŒr die Kurse zĂ€hlt dabei weniger ein einzelnes Gesetzesvorhaben als die Erwartung, dass politische Entscheidungen berechenbarer werden.
ZusĂ€tzlichen RĂŒckenwind liefern sinkende Ălpreise, weil sie den Inflationsdruck mindern und dadurch die Aussicht auf eine weniger belastende Geldpolitik verbessern können. Auch positive Quartalsberichte stĂŒtzen den Gesamtmarkt. Der Kursanstieg steht allerdings in einem SpannungsverhĂ€ltnis zur deutschen Konjunktur: Industrieunternehmen bauen weiterhin Stellen ab, wĂ€hrend Investoren vor allem die erwarteten Gewinne der Dax-Konzerne in den kommenden Quartalen bewerten.
Rheinmetall zeigt gegenlÀufige Entwicklung
Der starke RĂŒckgang der Rheinmetall-Aktie verdeutlicht, dass die Rally nicht alle Branchen und Unternehmen gleichermaĂen erfasst. Der Konzern begrĂŒndete die gesenkte Prognose mit Verzögerungen bei GroĂauftrĂ€gen; UmsĂ€tze sollen sich dadurch teilweise ins Jahr 2027 verschieben. Das Beispiel zeigt, wie stark einzelne Unternehmensnachrichten die Wirkung des positiven Gesamtmarktumfelds ĂŒberlagern können.
Ausblick fĂŒr Anleger
FĂŒr die weitere Entwicklung bleiben mehrere Faktoren entscheidend: die Umsetzung der US-Wahlergebnisse, die Entwicklung der Ălpreise, die Quartalszahlen der Dax-Unternehmen und die Lage der deutschen Industrie. Ein Rekordstand beschreibt deshalb zunĂ€chst die Markterwartung, nicht automatisch eine Verbesserung der aktuellen wirtschaftlichen Lage.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âMarktbericht: DAX nĂ€hert sich dem Rekordhochâ (05.11.2026)
Der Beitrag habe den Dax vor Handelsbeginn nahe am bisherigen Rekordstand gesehen und den Demokraten-Sieg sowie sinkende Ălpreise als wichtige Kurstreiber beschrieben. Anders als die dpa-Meldung habe er zusĂ€tzlich auf geopolitische Risiken und mögliche Folgen fĂŒr einzelne Branchen verwiesen.
n-tv: âPrognose gesenkt: Rheinmetall hat Verzögerungen bei AuftrĂ€genâ (04.11.2026)
Der Artikel habe die gesenkte Rheinmetall-Prognose mit Verzögerungen bei GroĂauftrĂ€gen begrĂŒndet und konkrete Umsatz- und Margenerwartungen genannt. Damit vertiefe er den Unternehmensaspekt, wĂ€hrend die dpa-Meldung die Kursreaktion im Dax herausstelle.
Beide BeitrÀge hÀtten den positiven Einfluss des US-Wahlausgangs beziehungsweise die gegenlÀufige Entwicklung bei Rheinmetall bestÀtigt. Unterschiedliche Schwerpunkte lÀgen bei den möglichen politischen Marktfolgen und den konkreten Ursachen der Gewinnwarnung.
