AfD-Landtagsabgeordneter schreibt fĂŒr russische Zeitung
03.05.2024 - 12:09:20Der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider hat bestĂ€tigt, regelmĂ€Ăig fĂŒr die Moskauer Zeitung «Wedomosti» eine Kolumne zu verfassen. Es gehe ihm darum, zur Verbesserung des deutsch-russischen VerhĂ€ltnisses beizutragen, sagte Tillschneider auf Nachfrage. Zuvor hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» darĂŒber berichtet.
Tillschneider ist stellvertretender Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt sowie Vizefraktionschef und fĂ€llt im Parlament regelmĂ€Ăig durch russlandfreundliche Positionen auf. Im MĂ€rz hatte er im Landtag etwa den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin dafĂŒr gelobt, dass dieser «den Karren in Russland aus dem Dreck gezogen» habe. «Er hat fĂŒr StabilitĂ€t und Wohlstand in Russland gesorgt. Deshalb steht auch eine Mehrheit der Russen hinter ihm», sagte Tillschneider.
Im Oktober 2022 behauptete der AfD-Politiker: «Wir haben keinen russisch-ukrainischen Krieg, wir haben einen Krieg zwischen den USA und Russland auf ukrainischem Boden.»
Diese Positionierung erfolgte kurz nach einer Russland-Reise mehrerer AfD-Politiker im Herbst 2022, an der Tillschneider teilgenommen hatte. Nach Kritik wurde die Reise abgebrochen. Der Landtag sprach eine Missbilligung aus und wertete die Reise als «unsolidarischen Akt» gegenĂŒber der von Russland völkerrechtswidrig angegriffenen Ukraine.
Was Tillschneider zeigen will
Tillschneider sagte auf Nachfrage, er schreibe die GastbeitrĂ€ge seit Anfang 2023, eine VergĂŒtung erhalte er nicht. Er wolle damit in Russland zeigen, dass es in Deutschland noch Politiker gebe, die anders denken wĂŒrden als beispielsweise AuĂenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) oder die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. «Die Geschichte lehrt uns: Uns ging es gut, wenn wir ein gutes VerhĂ€ltnis zu Russland hatten», erklĂ€rte Tillschneider.
Das AuswĂ€rtige Amt warnt auf seiner Website, dass es in Russland immer wieder zur willkĂŒrlichen VerhĂ€ngung hoher Haftstrafen fĂŒr regierungskritische öffentliche ĂuĂerungen komme. «Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine ist die Presse- und Medienfreiheit in der Russischen Föderation insbesondere durch neue Zensurgesetze in höchstem MaĂe eingeschrĂ€nkt.»


