Aussetzung, Familiennachzugs

Aussetzung des Familiennachzugs: Vor allem Syrer betroffen

06.06.2025 - 10:11:07

Der aktuell auf 1.000 Angehörige pro Monat beschrĂ€nkte Familiennachzug zu Menschen mit eingeschrĂ€nktem Schutzstatus soll fĂŒr zwei Jahre ausgesetzt werden. GrĂŒne und Linke finden das unmenschlich.

  • Die Frage, ob und in welchem Umfang auch Menschen mit subsidiĂ€rem Schutz ihre Angehörigen zu sich nach Deutschland holen dĂŒrfen, beschĂ€ftigt die Politik seit Jahren. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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  • Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will die irregulĂ€re Zuwanderung begrenzen. - Foto: Katharina Kausche/dpa

    Katharina Kausche/dpa

Die Frage, ob und in welchem Umfang auch Menschen mit subsidiĂ€rem Schutz ihre Angehörigen zu sich nach Deutschland holen dĂŒrfen, beschĂ€ftigt die Politik seit Jahren. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaBundesinnenminister Alexander Dobrindt will die irregulĂ€re Zuwanderung begrenzen. - Foto: Katharina Kausche/dpa

In der ersten Beratung des Bundestages zur geplanten Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiĂ€r Schutzberechtigten hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt seinen Willen zur Begrenzung der irregulĂ€ren Zuwanderung bekrĂ€ftigt. Es gebe «nicht einen einzigen Schalter, den man umlegen kann und dann ist das Problem der illegalen Migration gelöst», sagte der CSU-Politiker. Notwendig dafĂŒr sei vielmehr eine Vielzahl von Maßnahmen auf nationaler und europĂ€ischer Ebene, die von der Bundesregierung nun Schritt fĂŒr Schritt umgesetzt wĂŒrden.

In den Reihen von GrĂŒnen und Linken sorgten seine Äußerungen fĂŒr Verwunderung. Schließlich handele es sich beim Familiennachzug nicht um irregulĂ€re Migration, sondern um ein geordnetes Verfahren, bei dem klar sei, wer ins Land komme. Wer legale Wege blockiere, befördere das GeschĂ€ft der Schleuser, sagte die GrĂŒnen-Abgeordnete Schahina Gambir. Die geplante Reform sei unmenschlich, denn «Familien gehören zusammen», kritisierte sie.

Die Linken-Politikerin Clara BĂŒnger nannte den Entwurf von Union und SPD «antichristlich» und «familienfeindlich». Er treibe Menschen in die IllegalitĂ€t, statt legale Wege zu schaffen.

Bisher maximal 12.000 Angehörige pro Jahr

Der Familiennachzug zu Menschen mit eingeschrĂ€nktem Schutzstatus ist – anders als fĂŒr andere anerkannte FlĂŒchtlinge – jetzt schon beschrĂ€nkt auf 1.000 Angehörige pro Monat. Er soll laut dem Entwurf der Koalition nun fĂŒr zwei Jahre ganz ausgesetzt werden. Nur in «HĂ€rtefĂ€llen» sollen subsidiĂ€r Schutzberechtigte – in diese Kategorie fallen viele Menschen aus Syrien – dann noch Ehepartner, minderjĂ€hrige Kinder und im Fall unbegleiteter MinderjĂ€hrige die Eltern nachholen dĂŒrfen.

Außerdem sieht der Entwurf, ĂŒber den noch abschließend beraten werden muss, vor, das Ziel einer «Begrenzung» der Zuwanderung wieder gesetzlich zu verankern. Diesen Begriff hatte die Ampel-Regierung aus dem Aufenthaltsrecht gestrichen.

Zahl der AsylantrĂ€ge ging zuletzt zurĂŒck

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 329.120 AsylerstantrĂ€ge gestellt, im darauffolgenden Jahr stellten 229.751 Menschen erstmals einen Asylantrag. In den ersten fĂŒnf Monaten dieses Jahres ging die Zahl der AsylantrĂ€ge weiter zurĂŒck.

Dabei ist unter Migrationsexperten umstritten, ob dies eher die Folge der in den vergangenen Jahren sukzessive angeordneten stationĂ€ren Kontrollen an allen deutschen Binnengrenzen ist oder das Ergebnis von Maßnahmen anderer Staaten wie etwa Serbien und Polen.

@ dpa.de