Aussetzung des Familiennachzugs: Vor allem Syrer betroffen
06.06.2025 - 10:11:07In der ersten Beratung des Bundestages zur geplanten Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiĂ€r Schutzberechtigten hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt seinen Willen zur Begrenzung der irregulĂ€ren Zuwanderung bekrĂ€ftigt. Es gebe «nicht einen einzigen Schalter, den man umlegen kann und dann ist das Problem der illegalen Migration gelöst», sagte der CSU-Politiker. Notwendig dafĂŒr sei vielmehr eine Vielzahl von MaĂnahmen auf nationaler und europĂ€ischer Ebene, die von der Bundesregierung nun Schritt fĂŒr Schritt umgesetzt wĂŒrden.
In den Reihen von GrĂŒnen und Linken sorgten seine ĂuĂerungen fĂŒr Verwunderung. SchlieĂlich handele es sich beim Familiennachzug nicht um irregulĂ€re Migration, sondern um ein geordnetes Verfahren, bei dem klar sei, wer ins Land komme. Wer legale Wege blockiere, befördere das GeschĂ€ft der Schleuser, sagte die GrĂŒnen-Abgeordnete Schahina Gambir. Die geplante Reform sei unmenschlich, denn «Familien gehören zusammen», kritisierte sie.
Die Linken-Politikerin Clara BĂŒnger nannte den Entwurf von Union und SPD «antichristlich» und «familienfeindlich». Er treibe Menschen in die IllegalitĂ€t, statt legale Wege zu schaffen.
Bisher maximal 12.000 Angehörige pro Jahr
Der Familiennachzug zu Menschen mit eingeschrĂ€nktem Schutzstatus ist â anders als fĂŒr andere anerkannte FlĂŒchtlinge â jetzt schon beschrĂ€nkt auf 1.000 Angehörige pro Monat. Er soll laut dem Entwurf der Koalition nun fĂŒr zwei Jahre ganz ausgesetzt werden. Nur in «HĂ€rtefĂ€llen» sollen subsidiĂ€r Schutzberechtigte â in diese Kategorie fallen viele Menschen aus Syrien â dann noch Ehepartner, minderjĂ€hrige Kinder und im Fall unbegleiteter MinderjĂ€hrige die Eltern nachholen dĂŒrfen.
AuĂerdem sieht der Entwurf, ĂŒber den noch abschlieĂend beraten werden muss, vor, das Ziel einer «Begrenzung» der Zuwanderung wieder gesetzlich zu verankern. Diesen Begriff hatte die Ampel-Regierung aus dem Aufenthaltsrecht gestrichen.
Zahl der AsylantrĂ€ge ging zuletzt zurĂŒck
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 329.120 AsylerstantrĂ€ge gestellt, im darauffolgenden Jahr stellten 229.751 Menschen erstmals einen Asylantrag. In den ersten fĂŒnf Monaten dieses Jahres ging die Zahl der AsylantrĂ€ge weiter zurĂŒck.
Dabei ist unter Migrationsexperten umstritten, ob dies eher die Folge der in den vergangenen Jahren sukzessive angeordneten stationĂ€ren Kontrollen an allen deutschen Binnengrenzen ist oder das Ergebnis von MaĂnahmen anderer Staaten wie etwa Serbien und Polen.





