Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Serie von Atommüll-Transporten quer durch NRW startet

24.03.2026 - 22:17:08 | dpa.de

Der Atommüll aus dem Forschungsreaktor Jülich soll in das Zwischenlager Ahaus. Mehr als 150 Castoren werden auf der Straße transportiert. Der erste Konvoi mit einem Castor-Behälter startet.

  • Um diesen Atommüll geht es. Er soll von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild) - Foto: Andreas Endermann/dpa
    Um diesen Atommüll geht es. Er soll von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild) - Foto: Andreas Endermann/dpa
  • Auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich lagern die Castorbehälter. (Archivbild) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
    Auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich lagern die Castorbehälter. (Archivbild) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • In das Zwischenlager Ahaus soll der Atommüll aus Jülich transportiert werden. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa
    In das Zwischenlager Ahaus soll der Atommüll aus Jülich transportiert werden. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa
Um diesen Atommüll geht es. Er soll von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild) - Foto: Andreas Endermann/dpa Auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich lagern die Castorbehälter. (Archivbild) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa In das Zwischenlager Ahaus soll der Atommüll aus Jülich transportiert werden. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa

Der umstrittene Transport von Atommüll durch Nordrhein-Westfalen hat begonnen. Der erste Konvoi mit einem von 152 Castor-Behältern starte jetzt, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Ziel ist das Zwischenlager in Ahaus im Münsterland. 

Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke sollen insgesamt rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich transportiert werden. Das Verlagern des Atommülls in NRW wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Mit 152 Castor-Behältern handelt es sich um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

Gerichtsentscheidung und Infoveranstaltung

Dem jetzt angelaufenen Transport waren mehrere Gerichtsentscheidungen und eine Infoveranstaltung für die Bürger in Ahaus vorausgegangen. Anfang März entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in einer Eilentscheidung, dass die Transporte stattfinden dürfen.

Die Umweltorganisation BUND hatte den Transport auf dem Gerichtsweg verhindern wollen. Die Begründung: Die Sicherheit der Castoren sei bei der Fahrt über die Straßen in Nordrhein-Westfalen gegen Störmaßnahmen Dritter nicht gewährleistet.

Nur wenige Transportfahrzeuge

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hatte die umstrittenen Atommülltransporte durch NRW am 25. August genehmigt. Nach früheren Angaben des Bundesamtes wurden 152 Einzeltransporte beantragt, die aber gebündelt werden könnten. Es gibt demnach vier geeignete Transportfahrzeuge, die je einen Behälter auf einmal transportieren könnten.

Jahrelanges Tauziehen um Jülicher Atommüll

Für die Lagerung in Jülich lief die letzte Betriebsgenehmigung bereits im Jahr 2013 aus. Das NRW-Wirtschaftsministerium hatte 2014 angeordnet, das Lager in Jülich zu räumen, weil die Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Jahrelang wurden mehrere Optionen geprüft.

Aus Sicht des Landes wäre ein Neubau in Jülich die beste Lösung gewesen. Das sei von der Bundesebene nicht unterstützt worden, hatte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) erklärt. Anwohner und Aktivisten stemmen sich seit langem gegen Atommülltransporte nach Ahaus.

Deutschland hat kein Endlager für Atommüll

Kritik kam auch aus Reihen der Polizei. Als «sinnlose Mammutaufgabe» hatte der NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Patrick Schlüter, im August 2025 die Transporte mit Begleitschutz kritisiert. Die Politik drücke sich um die Endlagerfrage und lasse Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste fahren.

Es gibt in Deutschland derzeit noch keine Endlager, in denen auf Hunderttausende Jahre hinweg strahlender Atommüll sicher gelagert werden soll. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager, darunter das in Ahaus.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 68978588 |

Weitere Meldungen

Zwei Polizisten auf Kirmes in Köln durch Schläge verletzt. Polizisten gehen dazwischen. Für sie endet der Dienst im Krankenhaus. Auf einer Kirmes in Köln geraten zwei Gruppen in Streit. (Unterhaltung, 16.05.2026 - 11:10) weiterlesen...

Wer verpasst das Halbfinale von «Let's Dance»?. Das Ergebnis zeigt: Man muss die Jury gar nicht überzeugen, um weiterzukommen. In einem hochklassigen Viertelfinale beweisen die übriggebliebenen Paare bei «Let's Dance», was sie draufhaben. (Unterhaltung, 16.05.2026 - 00:56) weiterlesen...

FDP-Vorsitz läuft auf Kubicki zu - Höne zieht zurück. Er will nur noch Vize werden. Damit scheint der Weg für den FDP-Haudegen Kubicki an die Parteispitze frei. FDP-Landeschef Höne verzichtet auf seine Kandidatur für den Bundesvorsitz der Liberalen. (Politik, 15.05.2026 - 18:36) weiterlesen...

Höne zieht Kandidatur für FDP-Bundesvorsitz zurück. Was hinter der Entscheidung und der Zusammenarbeit mit Kubicki steckt. FDP-Landeschef Höne verzichtet auf den Bundesvorsitz und will stattdessen Vize werden. (Politik, 15.05.2026 - 17:27) weiterlesen...

Tausende streiken im Handel - kaum Auswirkungen für Kunden?. In mehreren Städten finden Kundgebungen statt. Die Gewerkschaft Verdi bestreikt bundesweit Handelsunternehmen, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Douglas, H&M und Ikea. (Wirtschaft, 15.05.2026 - 14:45) weiterlesen...

Streit um Werbeprospekt – Penny gewinnt in zweiter Instanz. Abgeschlossen ist der Fall damit jedoch nicht. Richter entscheiden zugunsten des Discounters und heben das erstinstanzliche Urteil auf. (Wirtschaft, 15.05.2026 - 13:17) weiterlesen...