Bund, LĂ€ndern

Bund sagt LÀndern Entlastung wegen SteuerausfÀllen zu

18.06.2025 - 18:22:32

Der Bund beschließt Steuerentlastungen - doch LĂ€nder und Kommunen zahlen den Großteil der Zeche? Beim Investitionsprogramm fĂŒr die Wirtschaft soll es so nicht laufen.

Im Ringen um die Finanzierung eines Investitionsprogramms fĂŒr die Wirtschaft kommt der Bund LĂ€ndern und Kommunen entgegen. «Der Bund wird Kommunen und LĂ€nder kurzfristig durch befristete, unmittelbare Kompensationsmaßnahmen entlasten», beschlossen die 16 MinisterprĂ€sidenten und Kanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Auf Details einigte man sich allerdings noch nicht. Die ModalitĂ€ten wollen Bund und LĂ€nder in einer Arbeitsgruppe in den nĂ€chsten Tagen vereinbaren.

Unklar ist etwa, ob die Steuereinbußen der LĂ€nder und der Kommunen vollstĂ€ndig oder nur zum Teil ausgeglichen werden - und auf welchem Weg Geld vom Bund fließen soll. Merz machte deutlich, dass er PrioritĂ€ten bei den Kommunen sieht: «Wir sind uns einig darĂŒber, dass die Gemeinden vor allem eine Kompensation, einen Ausgleich brauchen fĂŒr die SteuerausfĂ€lle, die möglicherweise mit diesem Investitionsprogramm einhergehen», betonte er.

Was der Bund plant – und was das fĂŒr LĂ€nder und Kommunen hieße

Der Bundestag soll am Donnerstag der kommenden Woche ĂŒber das Programm entscheiden, das die maue Wirtschaftslage in Schwung bringen soll. Es enthĂ€lt Anreize fĂŒr Investitionen, unter anderem durch erweiterte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten fĂŒr Maschinen und Elektrofahrzeuge. Ab 2028 soll zudem die Körperschaftsteuer sinken. 

Allerdings wĂŒrden die PlĂ€ne wegen sinkender Steuern Einnahmeverluste fĂŒr Bund, LĂ€nder und Kommunen mit sich bringen. Laut Gesetzentwurf wĂ€ren es fĂŒr die Kommunen 13,5 Milliarden Euro weniger, fĂŒr die LĂ€nder 16,6 Milliarden und fĂŒr den Bund 18,3 Milliarden – also insgesamt rund 48 Milliarden. 

Was LĂ€ndervertreter fordern

Die LÀnder verlangen vom Bund einen finanziellen Ausgleich und verweisen dabei vor allem auf die prekÀre Haushaltslage vieler hoch verschuldeter Kommunen. 

Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) deutete vor dem Treffen an, die LĂ€nder könnten sich auch mit einem Teil-Ausgleich zufriedengeben. «Das Hauptziel ist, dass die Kommunen eine vollstĂ€ndige Kompensation bekommen und dass man natĂŒrlich auch den LĂ€ndern entgegenkommt», sagte sie. 

Wie es weitergehen soll

Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) sagte, bisher hĂ€tten Bund und LĂ€nder nur einen «wichtigen Zwischenschritt» erreicht. Die wohl schwierigsten Fragen, wie genau und in welcher Höhe LĂ€nder und Kommunen entlastet werden, mĂŒssen noch ausgehandelt werden. Das soll vor dem Beschluss des Gesetzes im Bundestag geklĂ€rt werden, wie Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD) sagte. 

Nach der Abstimmung im Bundestag geht das Gesetz an den Bundesrat, wo die LĂ€nder am 11. Juli das letzte Wort haben. Beide Seiten wollen verhindern, dass die PlĂ€ne wegen Uneinigkeit im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat landen, weil sich damit alles verzögern wĂŒrde.

Wie eine Lösung aussehen könnte

Der Bund kann LĂ€ndern und Kommunen nicht einfach Geld ĂŒberweisen. Denkbar wĂ€re aber zum Beispiel, dass die LĂ€nder einen höheren Anteil an der in Deutschland gezahlten Umsatzsteuer erhalten. Um die Kommunen gezielt zu unterstĂŒtzen, könnte der Bund ihnen zum Beispiel bei Klimawandel-Programmen oder Sanierungsvorhaben unter die Arme greifen.

Was sich an den Bund-LÀnder-Finanzen noch Àndern soll

Vor allem die MinisterprĂ€sidenten der CDU wollen aber noch mehr. In einem Schreiben an Merz forderten sie kĂŒrzlich eine grundsĂ€tzliche Lösung: einen dauerhaften Mechanismus, der immer dann automatisch zugunsten von LĂ€ndern und Kommunen greift, wenn Bundesgesetze zu Mehrausgaben oder Mindereinnahmen fĂŒhren. 

DarĂŒber soll nun ebenfalls eine Arbeitsgruppe beraten und bis Dezember einen Lösungsvorschlag machen. ThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Voigt (CDU) warb am Morgen fĂŒr so eine grundsĂ€tzliche Lösung: Wenn die Finanzbeziehungen einmal geklĂ€rt seien und nicht bei jedem Gesetz neu diskutiert werden mĂŒssten, könne man wĂ€hrend der Legislaturperiode schneller Entscheidungen treffen und Streit vermeiden.

@ dpa.de