Gesundheit, Bund

Bund und LĂ€nder verbrennen massenhaft Corona-Masken

27.06.2023 - 00:04:36

Der Bund plant die Vernichtung von mindestens 755 Millionen Corona-Masken.

Das teilte das Bundesgesundheitsministerium der "Welt" (Dienstagsausgabe) auf Anfrage mit. Die Masken wurden Anfang 2020 zu Pandemiebeginn beschafft und haben mittlerweile ihr Haltbarkeitsdatum ĂŒberschritten.

Das Ministerium sieht nun "eine zoll- und abfallrechtlich konforme energetische Verwertung vor", so ein Sprecher. Betroffen seien 660 Millionen zertifizierte OP-Masken und rund 95 Millionen zertifizierte FFP2-Masken. Bisher hat das Gesundheitsministerium bereits in kleinerem Umfang Masken vernichten lassen. "In Deutschland wurden bisher rund zwei Millionen OP-Masken sowie rund eine Million PfH energetisch verwertet", so der Sprecher. PfH-Masken sind FPP2- und Ă€hnliche Masken. FĂŒr die aktuelle Vernichtung im großen Stil hat das Haus von Minister Karl Lauterbach (SPD) Anfang Mai eine Ausschreibung gestartet, auf die sich externe Entsorgungsunternehmen bis Ende Mai bewerben konnten. Dies geht aus Dokumenten hervor, die das Ministerium auf einer Vergabeplattform des Bundes hochgeladen hat. Hinzu kommt, dass auch ein Großteil der BundeslĂ€nder eine Verbrennung von Corona-Masken plant oder diese bereits durchgefĂŒhrt hat. Dies geht aus einer der "Welt"-Abfrage bei allen Gesundheitsministerien der LĂ€nder hervor. Zehn LĂ€nder geben an, insgesamt 57,38 Millionen Masken verbrannt zu haben oder die Verbrennung zeitnah durchfĂŒhren zu wollen. Aus der FDP-Bundestagsfraktion kommt Kritik an der VorgĂ€ngerregierung. "Die teure Überbeschaffung unter dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist außer Kontrolle geraten. Es sind Fehler begangen worden, die sich nicht wiederholen dĂŒrfen", sagte Karsten Klein, FDP-Obmann im Haushaltsausschuss, der "Welt". Mit Blick auf kĂŒnftige Krisen sei es wichtig, fĂŒr eine Vorhaltung zu sorgen, die sich am tatsĂ€chlichen Bedarf orientiert. "Durch den Aufbau einer Nationale Reserve können EngpĂ€sse und MaskenkĂ€ufe zu ĂŒberteuerten Preisen in der Zukunft verhindert werden", so Klein. Hier seien vor allem die LĂ€nder in der Pflicht. "Entscheidend ist, dass dabei ein rollierendes System etabliert wird und Masken an medizinische Einrichtungen abgegeben werden, bevor sie ihre Haltbarkeit verlieren." Insgesamt mĂŒsse das Bundesgesundheitsministerium jetzt "unter Hochdruck" nach Möglichkeiten suchen, eine weitere Verschwendung von Steuergeldern zu vermeiden, so Klein. Aus der Opposition kommt scharfe Kritik. "Die massenhafte Verbrennung von Corona-Masken durch das Bundesgesundheitsministerium ist ein Armutszeugnis fĂŒr die Bundesregierung", kritisiert Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag. Es sei absehbar gewesen, dass die Masken nach Ende der Maskenpflicht in vielen Bereichen nicht mehr verwendet werden. "Minister Lauterbach hĂ€tte sich rechtzeitig um eine alternative Lösung kĂŒmmern mĂŒssen und die Masken etwa in großem Umfang an Arztpraxen, KrankenhĂ€user oder Behinderteneinrichtungen abgeben können", so Vogler. Die Einrichtungen hĂ€tten dann selbst keine eigenen Masken mehr bestellen mĂŒssen und hĂ€tten Mitarbeiter und Patienten kostenlos schĂŒtzen können.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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