Krankenhausreform: Bund beharrt auf QualitÀtsvorgaben
29.06.2023 - 10:29:54Im Ringen um eine Neuaufstellung der KrankenhĂ€user in Deutschland geht der Bund weiter auf die LĂ€nder zu, beharrt aber auf einheitlichen QualitĂ€tsvorgaben und Transparenz. Das geht aus einem ĂŒberarbeiteten Eckpunkteentwurf des Bundesgesundheitsministeriums fĂŒr Beratungen mit den LĂ€ndern hervor.
Die QualitĂ€tsziele wĂŒrden durch genauer definierte Leistungsgruppen der Kliniken und dafĂŒr hinterlegte QualitĂ€tsvoraussetzungen erreicht, heiĂt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt die geplanten QualitĂ€tskriterien. «Es macht keinen Sinn, Kliniken zu unterstĂŒtzen, die sich wirtschaftlich nicht tragen, wo die QualitĂ€t in diesen Bereichen nicht so gut ist und die man fĂŒr die Sicherstellung auch nicht braucht», sagte Lauterbach im ZDF-«Morgenmagazin». «Dieses Geld brauche ich auf dem Land, die Kliniken zu sichern und unsere Unikliniken besser zu bezahlen.»
Der Bund will auch weiter die Verteilung der Leistungsgruppen auf die Kliniken und eine Einteilung in Versorgungsstufen («Level») mit Inkrafttreten der Reform veröffentlichen. Aufgegriffen wird hierzu eine Forderung der LĂ€nder, dass die Level-Zuteilung «keine Konsequenz fĂŒr die Krankenhausplanung der LĂ€nder und fĂŒr die VergĂŒtung» habe.
Die Gesundheitsminister der LĂ€nder hatten zuvor EinwĂ€nde gegen Teile der PlĂ€ne bekrĂ€ftigt. Ăber die geplanten «Level» war bereits zuvor keine Einigkeit erzielt worden. Gemeint sind damit Einstufungen des Kliniknetzes in Stufen mit einheitlichen Mindestanforderungen - von der wohnortnahen Grundversorgung ĂŒber eine zweite Stufe mit weiteren Angeboten bis zu Maximalversorgern wie Unikliniken. Die weiterhin geplanten Leistungsgruppen zielen darauf, statt grober Beschreibungen wie «Innere Medizin» eine Zuordnung nach exakter gefassten Gruppen wie «Kardiologie» vorzunehmen und entsprechend zu vergĂŒten.
Kliniken sollen gröĂeren VergĂŒtungsanteil bekommen
Die ReformplĂ€ne sehen zudem vor, das VergĂŒtungssystem mit Pauschalen fĂŒr BehandlungsfĂ€lle zu Ă€ndern. Um nicht auf immer mehr FĂ€lle angewiesen zu sein, sollen Kliniken einen gröĂeren VergĂŒtungsanteil allein schon fĂŒr das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen. Das soll sie von Finanzdruck befreien. In dem ĂŒberarbeiteten Papier des Bundes heiĂt es, dass die Bereiche Kinderheilkunde, Geburtshilfe und Notfallversorgung einen «zusĂ€tzlichen Sicherstellungszuschlag» erhalten sollen. Die LĂ€nder hatten mehr Mittel dafĂŒr gefordert.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) Ă€uĂerte sich skeptisch, dass in der Bund-LĂ€nder-Runde am Donnerstag ein Konsens gelinge. Selbst wenn man sich in weiteren GesprĂ€chen in naher Zukunft mit dem Bund einige, seien Auswirkungen der Krankenhausreform nach wie vor in weiten Teilen unklar. Die LĂ€nder fordern auch ein vorgeschaltetes Gesetz mit zusĂ€tzlichem Geld fĂŒr die Kliniken, um einen «kalten Strukturwandel» 2024 und 2025 zu vermeiden.


