Drogenbeauftragter dringt auf Umsetzung der Cannabis-Freigabe
11.12.2023 - 13:55:20 | dpa.de"Mit diesem Projekt erkennen wir in der Drogenpolitik endlich die Lebenswirklichkeit vieler Menschen an und sorgen ganz praktisch fĂŒr mehr Gesundheitsschutz", sagte der SPD-Politiker am Montag. Es sei wichtig, dies jetzt ins Ziel zu bringen. FĂŒr Jugendliche bleibe Kiffen untersagt. Dennoch werde es gelingen, den Schwarzmarkt deutlich zurĂŒckzudrĂ€ngen und Gefahren des Konsums zu reduzieren, weil kein Erwachsener mehr gestrecktes oder hochpotentes Gras vom Dealer an der Ecke kaufen mĂŒsse. Dieses Umdenken weg vom Verbot werde fast 4,5 Millionen Erwachsenen helfen, die regelmĂ€Ăig zu Cannabis greifen.
Die Ampel-Koalitionsfraktionen hatten sich kĂŒrzlich auf Details eines Gesetzentwurfes verstĂ€ndigt. Eigenanbau und Besitz bestimmter Mengen der Droge sollen demnach fĂŒr VolljĂ€hrige ab 1. April 2024 erlaubt sein. Zum 1. Juli sollen Clubs zum gemeinsamen Anbau möglich werden. Cannabis soll im BetĂ€ubungsmittelgesetz von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen werden. Vorgesehen sind verschiedene Regeln und Vorgaben fĂŒr eine kontrollierte Freigabe. Nach SPD-Angaben soll das Gesetz "zeitnah im neuen Jahr" im Bundestag beschlossen werden.
Blienert Ă€uĂerte sich anlĂ€sslich der Vorlage des Jahresberichts 2023 der deutschen Beobachtungsstelle fĂŒr Drogen und Drogensucht. Demnach bleibt Cannabis die am hĂ€ufigsten konsumierte illegale Droge mit steigenden Gesundheitsgefahren. Etwa 40 Prozent der ambulanten und etwa 30 Prozent der stationĂ€ren Behandlungen gingen auf Konsum von Cannabis und Cannabinoiden zurĂŒck, hieĂ es. Nach der Corona-Pandemie nĂ€hmen nun auch PrĂ€ventionsangebote bundesweit wieder zu. Mehrere VerbĂ€nde aus dem Gesundheitswesen sowie von Polizei- und LehrkrĂ€ften hatten kĂŒrzlich einen Stopp der LegalisierungsplĂ€ne gefordert.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

