EVP-Chef Weber will Dynamik der AufrĂŒstung entfesseln
29.08.2025 - 10:52:42Die Schlussfolgerung sei einfach, so der CSU-Politiker: "Wenn wir in der Welt von morgen etwas zu melden haben wollen, mĂŒssen wir militĂ€risch aufrĂŒsten." Man mĂŒsse "eine Dynamik der AufrĂŒstung entfesseln". Dass Europa militĂ€risch so schwach sei, fĂŒhre zu Arbeitsplatzverlust in Deutschland. Europa mĂŒsse daher "souverĂ€ner und stĂ€rker" werden - und sich geo- und wirtschaftspolitisch von den USA weg orientieren. "Nur ein geeintes Europa kann international Einfluss nehmen und seine Interessen verteidigen. Wer Trump jetzt Grenzen setzen will und Europa stĂ€rken, muss HandelsvertrĂ€ge mit anderen Partnern schlieĂen - etwa mit SĂŒdamerika." Deswegen mĂŒsse man rasch das Mercosur-Abkommen voranbringen. "Ein Raum mit 700 Millionen Menschen, die ohne Zölle Handel miteinander treiben könnten." Aus Webers Sicht zeigt der Trump-Deal auch, wie zerstörerisch der Weg der Nationalisten in Europa sei. Der Nationalismus werde Europa "Wohlstand und Einfluss" kosten. "Statt einem Machtblock aus 27 EU-Staaten, der seine Interessen auch international vertreten kann, wĂŒrde Europa in 27 wirtschaftliche und politische Zwerge zerfallen, die sich leicht von GroĂmĂ€chten wie die USA oder China gegeneinander ausspielen lassen wĂŒrden", sagte er. "Die Leute klagen ĂŒber 15 Prozent Zölle. Wenn Trump mit jedem EU-Staat einzeln verhandelt hĂ€tte, wĂ€re das eine ganz andere Hausnummer geworden." "Ich möchte, dass Europa eigenstĂ€ndige Satellitensysteme aufbaut, mit denen wir unsere Waffen steuern können, ohne vorher jemanden zu fragen", so Weber weiter. Moderne Waffensysteme wie Patriot-Systeme oder weitreichende Raketensysteme seien von US-Satellitendaten abhĂ€ngig, kritisierte Weber. Die Daten mĂŒsse man "jedes Mal erfragen, um unsere Waffen zu benutzen. Das ist doch irre." Mit europĂ€ischen Satelliten wĂ€re Europa nicht nur unabhĂ€ngiger von den USA, sondern wĂŒrde die EU zugleich unersetzbar machen: "Denn wenn deutsche, französische, polnische oder italienische Soldaten ihre Raketensysteme nutzen wollen, brauchen sie die europĂ€ischen Satellitensysteme. Egal, wer dort gerade regiert - Europa bliebe zusammen." Seine zweite Idee: eine europĂ€ische Cyber-Brigade. Im Internet gebe es keine nationalen Grenzen. Zugleich seien kleinere und mittlere EU-Staaten wie Ăsterreich oder Kroatien nicht in der Lage, ihre digitale Welt allein zu schĂŒtzen. "Es macht also Sinn, den digitalen Raum Europas mit einer europĂ€ischen Cyber-Brigade zu sichern", so Weber. Weber verglich die Konzepte mit dem Euro, der heute nicht mehr abgeschafft werden könne. Kein Land könne aus dem Euro austreten, weil das "ökonomischer Selbstmord" wĂ€re. Das Gleiche mĂŒsse Europa jetzt bei der Verteidigung gelingen. Weber wolle ein Europa, das "nicht rĂŒckabgewickelt" werden könne. Weber sprach von einer "historischen Aufgabe". Entweder Europa schaffe es, die nötigen europĂ€ischen Verteidigungsprojekte zu beschlieĂen, "in dem Moment, wo alle Staaten aufrĂŒsten und sich wappnen". Oder man scheitere. "Das wĂ€re ein geschichtliches Versagen der heutigen politischen Klasse." Weber sagte jedoch, er sei optimistisch, in den vergangenen zwei, drei Jahren habe er so viel an europĂ€ischer Dynamik bei der Verteidigung erlebt wie seit Jahrzehnten nicht.


