PrekÀre, Lage

PrekÀre Lage im AKW Saporischschja: IAEA-Chef plant Treffen mit Putin

04.03.2024 - 14:30:08

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, will diese Woche GesprĂ€che mit Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin fĂŒhren.

Wie Grossi am Montag in Wien weiter sagte, will er mit dem Kremlchef unter anderem ĂŒber die angespannte Sicherheitslage im russisch besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sprechen.

Das grĂ¶ĂŸte Atomkraftwerk Europas werde derzeit mit nur einer einzigen Stromleitung fĂŒr die KĂŒhlung des Nuklearmaterials versorgt, sagte der Generaldirektor wĂ€hrend einer Pressekonferenz am Rande einer Sitzung des IAEA-Gouverneursrates. "Das ist eine sehr, sehr prekĂ€re Situation." Grossi will am Dienstag nach Russland aufbrechen.

Russische Truppen haben AKW Saporischschja Anfang MĂ€rz 2022 besetzt. Seitdem sind kriegsbedingt neun der ursprĂŒnglich zehn Leitungen ausgefallen, welche die frontnahe Anlage mit Strom versorgten. Ein Team der IAEA ist stĂ€ndig vor Ort, um die Lage in dem weitgehend stillgelegten Kraftwerk zu beobachten. Die Fachleute berichteten am Wochenende ĂŒber militĂ€rische AktivitĂ€ten in der NĂ€he des AKW. "Die physische Unversehrtheit des Kraftwerks bleibt gefĂ€hrdet", sagte Grossi.

Der IAEA-Chef hatte Putin im Oktober 2022 getroffen, um ĂŒber die Einrichtung einer Sicherheitszone um das Atomkraftwerk zu verhandeln. Grossis Plan wurde auch wegen WiderstĂ€nden der Ukraine nie umgesetzt. Stattdessen hat Grossi inzwischen vor dem UN-Sicherheitsrat Prinzipien zur Verhinderung eines Atomunfalls in Saporischschja ausgerufen. Demnach darf die Anlage weder beschossen werden, noch darf sie als Basis fĂŒr Angriffe genutzt werden.

In einem aktuellen Bericht fĂŒr den Gouverneursrat beklagte Grossi, dass das IAEA-Team vor Ort sich nicht frei in der Anlage bewegen dĂŒrfe, um zu ĂŒberprĂŒfen, dass dort keine Waffensysteme stationiert seien. Er wies auch auf den deutlich gesunkenen Personalstand, verzögerte Wartungsarbeiten und mangelnde Ersatzteile in Saporischschja unter dem russischen Management hin.

@ dpa.de