Steuern

Landkreistag fĂŒrchtet Kollaps der Kommunen

09.01.2026 - 06:30:00

Der Deutsche Landkreistag warnt Bund und LĂ€nder vor einem "Kollaps" der Kommunen.

Bislang sei nichts geschehen, um das wachsende Defizit der Kommunen zu bremsen, sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des kommunalen Spitzenverbands, Kay Ruge, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe).

Die Einnahmen der Kommunen wĂŒchsen zwar leicht, aber steigende Kosten und wachsender Personalaufwand vor allem im Sozialbereich treibe die Kommunen weiter in die Verschuldung. "An der Defizitsituation der Kommunen mit FinanzierungslĂŒcken von mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr hat sich jedenfalls bislang nichts zum Besseren gewendet, ganz im Gegenteil: Im neuen Jahr wird sich die Finanzsituation in den Landkreisen, StĂ€dten und Gemeinden weiter zuspitzen", sagte Ruge.

Der Landkreistag zeigte sich enttĂ€uscht ĂŒber die GesprĂ€che zwischen Bund und LĂ€ndern ĂŒber eine stĂ€rkere Beteiligung des Bundes an den Kosten der im Bundestag beschlossenen Gesetze. Die LĂ€nder hatten vom Bund angesichts eines wachsenden Defizits der Kommunen eine Kompensation gefordert, die dem Prinzip "Wer bestellt, muss bezahlen" (KonnexitĂ€tsprinzip) gehorcht. Eine Arbeitsgruppe von Bund, LĂ€ndern und Kommunen konnte sich darauf laut Ruge bislang aber nicht einigen.

Der Bund beharre auf einer Maximalposition, sagte Ruge. Das Grundgesetz solle, darauf habe sich die Arbeitsgruppe geeinigt, nicht geĂ€ndert werden. Der Bund berufe sich aber auf die sogenannte Deckungsquote, die dort vorgegeben wird und besagt, dass Bund und LĂ€nder jeweils finanziell nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig belastet werden dĂŒrften.

In den Verhandlungen bestehe der Bund auf der Position, dass es fĂŒr ihn keine Pflicht zum Ausgleich geben könne, solange der Bundeshaushalt so belastet sei wie jetzt. Ruge sagte, wenn der Bund sich von dieser Haltung nicht trenne, dann sei das "gesamte Prozedere", auf das sich die Arbeitsgruppe vorlĂ€ufig geeinigt habe, "reine Glasperlenspielerei".

Vorgesehen ist jetzt, dass von einem neuen Gremium die Kosten eines Gesetzes geschĂ€tzt werden sollen, bevor es vom Kabinett beschlossen wird. In dem Gremium sollen Bund, LĂ€nder und kommunale SpitzenverbĂ€nde vertreten sein. Die Regelung soll allerdings nur fĂŒr Gesetze gelten, die mehr als 250 Millionen Euro Kosten verursachen.

Ruge lobte dieses neue Verfahren, weil die Kommunen miteinbezogen wĂ€ren. "Das wĂ€re aus unserer Sicht der grĂ¶ĂŸte Fortschritt des neuen Verfahrens. Das wĂŒrde Transparenz schaffen, und allen muss klar sein, worauf sie sich einlassen."

@ dts-nachrichtenagentur.de