Studie, GrĂŒner

Studie: GrĂŒner Umbau der Wirtschaft fĂŒhrt zu Wohlstandsverlusten

14.11.2023 - 10:55:03

Der deutsche Staat muss wohl zusĂ€tzliche Mittel in einer GrĂ¶ĂŸenordnung von rund 40 Milliarden Euro jĂ€hrlich in den grĂŒnen Umbau der Wirtschaft und weitere 40 Milliarden Euro pro Jahr in seine Sozialsysteme investieren, wenn die Klimawende nicht zu Wohlstandsverlusten und einer weiteren Spaltung der Gesellschaft fĂŒhren soll.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, ĂŒber die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten. Der Mannheimer Ökonom Tom Krebs hat untersucht, welche Folgen der Energiepreisschock und die in der Folge beschleunigte grĂŒne Transformation fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland haben werden: AbhĂ€ngig vom Handeln der Politik sei ein positives oder ein negatives Szenario denkbar, glaubt Krebs.

"In einem Negativszenario fĂŒhrt die Beschleunigung der Klimatransformation zu Wohlstandsverlusten und der gesellschaftliche Zusammenhalt wird geschwĂ€cht. Im Positivszenario entsteht ein neuer Wirtschaftsboom, getrieben durch Investitionen in klimaneutrale Technologien, der hochwertige ArbeitsplĂ€tze schafft und die soziale Gerechtigkeit stĂ€rkt", heißt es in seiner Studie. Die Politik kann laut Krebs beeinflussen, welches Szenario eintritt, muss dafĂŒr aber deutlich mehr Geld als bisher in die Hand nehmen. "Im Klimabereich belĂ€uft sich der zusĂ€tzliche Investitionsbedarf auf jĂ€hrlich 40 Milliarden Euro oder rund ein Prozent des BIP, wobei der grĂ¶ĂŸte Teil auf Bundesprogramme zur Förderung privater Klimainvestitionen und LĂ€nderprogramme zur Transformation der kommunalen Infrastruktur entfĂ€llt", schreibt Krebs. Den zusĂ€tzlichen Bedarf an sozialen Investitionen der öffentlichen Hand beziffert der Volkswirt auf weitere 40 Milliarden Euro pro Jahr. Dieses Geld mĂŒsse vor allem in Kitas, Schulen sowie den sozialen Wohnungsbau fließen. Zur Finanzierung der zusĂ€tzlichen Aufgaben schlĂ€gt der Volkswirt unter anderem eine verstĂ€rkte Kreditaufnahme öffentlicher Unternehmen, eine Änderung der Methode zur Berechnung des Produktionspotenzials sowie eine Überarbeitung der Regeln bei der Erbschaftssteuer vor. "Diese Maßnahmen reichen aus, um die öffentliche Investitionsoffensive mit einem Gesamtvolumen von jĂ€hrlich 80 Milliarden Euro oder zwei Prozent des BIP zu finanzieren", schreibt Krebs. "Es braucht eine mutige Investitionsagenda und eine Abkehr von der aktuellen Sparpolitik der Bundesregierung, wenn wir unsere Wirtschaft und das Klima retten wollen."

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