Ökonomen befürworten Rente mit 70
21.05.2026 - 09:45:40 | dts-nachrichtenagentur.deDie Anhebung des Rentenzugangsalters entspreche einer längeren Einzahlungsperiode, die für sich genommen das Rentenniveau stabilisieren helfe, ohne den Beitragssatz anzuheben. Da der Staat mit der reformierten Förderung der privaten Altersvorsorge unterstützend eingreife, sei das Rentenniveau aus beiden Quellen entsprechend höher. "Das ist fair, da gerade jüngere Jahrgänge - die es vor allem betrifft - eine entsprechende Anpassungszeit haben. Zudem verhindert der weniger stark ansteigende oder gar stabile Beitragssatz die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Arbeitsplätze", so der Chef des arbeitgebernahen Instituts.
Ähnlich äußerte sich DIW-Präsident Marcel Fratzscher. "Die Rente mit 70 ist unvermeidbar und es ist richtig, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters recht schnell kommen soll", sagte Fratzscher der "Rheinischen Post". Eine Reduzierung des Rentenniveaus sei notwendig und Teil des Versprechens, dass auch die Babyboomer sich an der demografischen Alterung beteiligen müssten - durch den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) .
"Eine Rentenreform muss zwingend die Umverteilung von Arm zu Reich beenden, da Menschen mit geringeren Lebenseinkommen und Rente eine deutlich kürzere Lebenserwartung haben", mahnte er allerdings. "Eine Reduzierung des Rentenniveaus auf 46 Prozent für Menschen mit geringer Rente wäre ein schwerwiegender Fehler, weil dies die eh schon hohe Altersarmut noch verstärken würde."
Die "Bild" hatte berichtet, die Rentenreformkommission wolle vorschlagen, das Rentenalter ab 2061 auf 70 Jahre anzuheben und das Rentenniveau ab 2031 von derzeit 48 auf 46 Prozent zu senken. Einige Mitglieder der Kommission haben dies allerdings bereits dementiert.
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