Lauterbach hĂ€lt Zahl der Hitzetoten fĂŒr eher unterschĂ€tzt
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de"Das heißt, dass die Zahl der Hitzetoten eher unterschätzt wird."
Zugleich verteidigte Lauterbach die Methodik. Der Ansatz des Robert-Koch-Instituts (RKI) sei "gut vertretbar, denn die relativen Veränderungen lassen sich so trotzdem gut abbilden".
Generell seien hitzebedingte Todesfälle methodisch nicht ohne Weiteres zu erfassen. "Die wenigsten Menschen sterben bei Hitze an einem klassischen Hitzschlag", erklärte der ehemalige Gesundheitsminister. "Zum Beispiel kann eine hohe Hitzebelastung dazu beitragen, dass aus einem bestehenden Vorhofflimmern ein Schlaganfall entsteht. Formal stirbt jemand dann vielleicht am Schlaganfall, aber ohne die Hitze wäre es möglicherweise nicht dazu gekommen", so der SPD-Politiker.
Um künftig einen besseren Hitzeschutz zu erreichen, sprach sich Lauterbach zudem für eine Änderung des Grundgesetzes aus. "Wirksamer Hitzeschutz kostet viel Geld. Deshalb halte ich den Vorstoß von Carsten Schneider für richtig, auch über eine Grundgesetzänderung nachzudenken", sagte er mit Blick auf den Vorstoß des Umweltministers.
"Viele Kommunen sind hoch verschuldet und können die nötigen Maßnahmen aus eigener Kraft schlicht nicht finanzieren." An CDU und CSU appellierte Lauterbach daher, den Weg für eine Änderung des Grundgesetzes freizumachen. "In der Union wird das Thema nicht gerne diskutiert, weil man keine Abstimmungen mit der Linkspartei gewinnen will. Aber: Wenn es um den Schutz von Gesundheit und am Ende um Leben und Tod geht, dann sollte man ideologische Vorbehalte zurückstellen", mahnte Lauterbach.
In Deutschland haben Hitzeperioden in diesem Jahr laut RKI bislang zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Hitzewellen werden durch die globale Erwärmung stärker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstärkt, solange zusätzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre gebracht werden.
